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Doktor Faustus : das Leben des deutschen Tonsetzers Adrian Leverkühn, erzählt von einem Freunde
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zenden Salza-Städtchen, nahe Erfurt, gemacht hatte. Schnei-dewein, zehn oder zwölf Jahre älter als seine Braut, warSchweizer von Geburt, aus Berner Bauernblut. Sein Handwerk,die Brillenschleiferei, hatte er in der Heimat erlernt, waraber durch irgend welche Fügung ins Reich verschlagen wordenund hatte an jenem Platz ein Ladengeschäft mit Augengläsernund optischen Apparaten aller Art erworben, das er mit Glückbetrieb. Er war von sehr guten Aussehen und hatte sich seineangenehm zu hörende, bedächtig-würdige, mit stehen geblieben-altdeutschen Ausdrücken von eigentümlich feierlichem Klangedurchsetzte schweizerische Redeweise bewahrt, die Ursel Lever-kühn schon jetzt von ihm anzunehmen begann. Auch sie, obgleichkeine Schönheit, war eine anziehende Erscheinung, in den Ge-sichtszügen dem Vater, nach der Art sich zu geben der Mutterähnlicher, braunäugig, schlank und von natürlicher Freundlich-keit, So gaben die beiden ein Paar, auf dem mit Beifall dasAuge weilte. In den Jahren von 1911 bis 23 hatten sie vierKinder mit einander: Rosa, Ezechiel, Raimund und Nepomuk,schmucke Geschöpfe allesamt; der Jüngste aber, Nepomuk, war einEngel. Doch davon später, ganz gegen das Ende erst meinerErzählung. -

Die Hochzeitsgesellschaft war nicht zahlreich: der Geistli-che, der Lehrer, der Gemeindevorsteher von Oberv/eiler mitihren Frauen; von Kaisersaschern ausser uns Zeitbloms nurOheim Nikolaus; Verwandte Frau Elsbeths aus Apolda; ein denLeverkühns befreundetes Ehepaar mit Tochter aus Weissenfeis;dazu Bruder Georg, der Agronom, und die Verwalterin, FrauLuder - das war schon alles. Wendeil Kretzschmar sandte vonLübeck ein Glückwunschtelegramm, das während des Mittagsmahlsim Bucheihause eintraf. Es war kein abendliches Fest. Manhatte sich zeitig am Vormittag zusammengefunden; nach derTrauung in der Dorfkirche vereinigte ein vortreffliches Früh-stück uns alle in dem mit schönem Kupfergerät geschmückten

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