des Professors D. Dr. Hans Kegel eine ungewöhnliche Mengeprofan-historischen Stoffes ein, was ich mir, da ich Geschich-te als erstes Nebenfach ansah, zu Nutzen zu machen wünschte.
Es hatte also eine gute geistige Rechtfertigung, dass ich,nach einem je zweisemestrigen Studium in Jena und Giessen,die Brust der Alma mater hallensis anzunehmen beschloss, dieübrigens für die Einbildungskraft den Vorzug der Identitätmit der Universität Wittenberg besitzt} denn mit dieser wurdesie bei ihrer Wiedereröffnung nach den napoleonischen Krie-gen zusammengelegt. Leverkühn war dort schon seit einem hal-ben Jahr immatrikuliert, als ich zu ihm stiess, und ich leugnenatürlich nicht, dass der persönliche Grund seiner Anwesenheitstark, ja entscheidend mitgespielt hatte bei meinem Entschluss.Kurz nach seinem Eintreffen hatte er, offenbar aus einem ge-wissen Einsamkeits- und Verlassenheitsgefühl, mich sogar auf-gefordert, zu ihm nach Halle zu kommen, und wenn auch noch ei-nige Monate vergehen mussten, ehe ich seinem Rufe folgte, sowar ich doch gleich bereit dazu gewesen, ja vielleicht hättees seiner Einladung garnicht bedurft. Mein eigener Wunsch,ihm nahe zu sein, zu sehen, wie er es trieb, welche Portschrit-te er machte und wie seine Gaben sich in der Luft akademischerFreiheit entfalteten} dieser Wunsch, in täglichem Austauschmit ihm zu leben, ihn zu überwachen, von nahebei ein Auge aufihn zu haben, - hätte wahrscheinlich von sich aus genügt, michzu ihm zu führen. Und dazu kamen, wie gesagt, jene sachlich-studienmässigen Gründe.
Selbstverständlich kann ich die beiden Jugendjahre, die ichzu Halle mit dem Freunde verlebte, und deren Gang durch Ferien-Aufenthalte in Kaisersaschern und auf seinem väterlichen Hofunterbrochen war, in diesen Blättern nur als ebenso verminder-tes Abbild sich spiegeln lassen, wie seine Schülerzeit. Warenes glückliche Jahre? Ja, als Kernstück einer frei strebenden,mit frischen Sinnen Umschau haltenden und in die Scheuern
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