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Das Wunderkind : Novellen
Entstehung
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damals im Schwange war; sang es mit einer unan-ständigen Variante, die von der frühreifen Jugenddafür erfunden worden. Denn so war er: In allerKindlichkeit wußte er schon mancherlei und war garnicht zu zimperlich, es im Munde zu führen. Dannaber setzte er eine kleine scheinheilige Miene auf,sagte:Pfui, wer wird wohl so böse Lieder singen!"und tat ganz, als seien wir es gewesen, die die kleineFischerin so schlüpfrig apostrophiert hatten.

Mir war überhaupt nicht nach Singen zumute,so nahe wie wir dem Treffpunkte und Schicksalsplatzeschon waren. Das scharfe Dünengras war in sandigesMoos, in mageren Wiesengrund übergegangen, eswar das Leuchtenfeld, wo wir schritten, so genanntnach dem gelben und runden Leuchtturm, der linksin großer Entfernung emporragte, und unver-sehens kamen wir an und waren am Ziel.

Es war ein warmer, friedlicher Ort, von Menschenfast nie begangen, den Blicken durch Weidengesträuchverborgen. Und aus dem freien Platze, innerhalbdes Gebüsches hatte wie eine lebendige Schranke einKreis junger Leute sich gesetzt und gelagert, fast alleälter als wir und aus verschiedenen Gesellschafts-schichten. Offenbar waren wir die letzten Zuschauer,die eintrafen. Nur auf Ballettmeister Knaak, der als