Ein oder zweimal schien es ihr, als ob der Blickder kleinen „Schwalbe" den ihren streifte... Kanntesie sie? Wußte sie, wer sie sei? Wie schön sie war!Wie keck und gedankenlos lebensvoll und verführerisch!Wenn Harry sie geliebt, sich nach ihr verzehrt, um siegelitten hätte, sie würde es verziehen, begriffen,mitempfunden haben. Und plötzlich fühlte sie, daßihre eigene Sehnsucht nach der kleinen „Schwalbe"heißer und tiefer war, als Harrys.
Die kleine „Schwalbe"! Lieber Gott, sie hießEmmy und war gründlich ordinär. Aber wundervollwar sie mit ihren schwarzen Haarsträhnen, die dasbreite, begehrliche Gesicht umfingen, ihren dunkelumrissenen Mandelaugen, ihrem großen Mund vollweiß blitzender Zähne und ihren bräunlichen, weichund lockend geformten Armen; und das Schönste anihr waren die Schultern, die bei gewissen Bewegungenauf unvergleichlich geschmeidige Art in den Gelenkenrollten... Baron Harry war voller Interesse fürdiese Schultern; er wollte durchaus nicht dulden,daß sie sie verhüllte, sondern veranstaltete einen ge-räuschvollen Kampf um den Schal, den umzulegensie sich in den Kopf gesetzt hatte, — und bei alledemmerkte niemand weit und breit, weder Baron Harry,noch seine Gattin, noch sonst irgend jemand, daß
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