nenden Kerzen, herrschte in dem mäßig großen Raum,den sie betraten. Ein junges Mädchen mit weißemFallkragen und Manschetten über dem schlichten Kleid,Maria Josefa, Daniels Schwester, rein und törichtvon Angesicht, stand dicht bei der Tür und reichteallen die Hand. Der Novellist kannte sie. Er war aneinem literarischen Teetische mit ihr zusammenge-troffen. Sie hatte aufrecht dagesessen, die Tasse inder Hand, und mit klarer und inniger Stimme vonihrem Bruder gesprochen. Sie betete Daniel an.
Der Novellist suchte ihn mit den Augen...
„Er ist nicht hier," sagte Maria Josefa. „Er istabwesend, ich weiß nicht, wo. Aber im Geiste wirder unter uns sein und die Proklamationen Satz fürSatz verfolgen, während sie hier verlesen werden."
„Wer wird sie verlesen?" fragte der Novellist ge-dämpft und ehrerbietig. Es war ihm ernst. Er warein wohlmeinender und innerlich bescheidener Mensch,voller Ehrfurcht vor allen Erscheinungen der Welt,bereit, zu lernen und zu würdigen, was zu wür-digen war.
„Ein Jünger meines Bruders," antwortete MariaJosefa, „den wir aus der Schweiz erwarten. Er istnoch nicht da. Er wird im rechten Augenblick zurStelle sein."