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Das Wunderkind : Novellen
Entstehung
Seite
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Gegenüber der Tür, auf einem Tisch stehend undmit dem oberen Rande an die schräg abfallende Deckegelehnt, zeigte sich im Kerzenschein eine große, inheftigen Strichen ausgeführte Kreidezeichnung, dieNapoleon darstellte, wie er in plumper und despoti-scher Haltung seine mit Kanonenstiefeln bekleidetenFüße an einem Kamin wärmte. Jur Rechten desEinganges erhob sich ein altarartiger Schrein, aufwelchem zwischen Kerzen, die in silbernen Armleuch-tern brannten, eine bemalte Heiligenfigur mit auf-wärts gerichteten Augen ihre Hände ausbreitete.Eine Betbank stand davor, und näherte man sich, sogewahrte man eine kleine, aufrecht an einem Fuße desHeiligen lehnende Amateurphotographie, die einenetwa dreißigjährigen jungen Mann mit gewaltighoher, bleich zurückspringender Stirn und einembartlosen, knochigen, raubvogelähnlichen Gesicht vonkonzentrierter Geistigkeit zeigte.

Der Novellist verweilte eine Weile vor DanielsBildnis; dann wagte er sich behutsam weiter insJimmer hinein. Hinter einem großen Rundtisch, indessen gelbpolierte Platte, von einem Lorbeer-kranz umrahmt, derselbe degentragende Adler ein-gebrannt war, den man aus den Einladungen erblickthatte, ragte zwischen niedrigen Holzsesseln ein strenger,