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Das Wunderkind : Novellen
Entstehung
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ständig unerzogen. Man muß einen Taler auf denHandrücken legen können... Ich würde ihn mitdem Lineal behandeln."

Ein junges Mädchen, das ganz wächsern aussiehtund sich in einem gespannten Alter befindet, in wel-chem man sehr wohl auf delikate Gedanken verfallenkann, denkt im geheimen:Aber was ist das! Wasspielt er da! Es ist ja die Leidenschaft, die er da spielt!Aber er ist doch ein Kind?! Wenn er mich küßte, sowär es, als küßte mein kleiner Bruder mich eswäre kein Kuß. Gibt es denn eine losgelöste Leiden-schaft, eine Leidenschaft an sich und ohne irdischenGegenstand, die nur ein inbrünstiges Kinderspielwäre?... Gut, wenn ich dies laut sagte, würde manmir Lebertran verabfolgen. So ist die Welt."

An einem Pfeiler steht ein Offizier. Er betrachtetden erfolgreichen Bibi und denkt:Du bist etwas, undich bin etwas, jeder auf seine Art!" Im übrigen ziehter die Absätze zusammen und zollt dem Wunderkindsden Respekt, den er allen bestehenden Mächten zollt.

Aber der Kritiker, ein alternder Mann in blankem,schwarzem Rock und aufgekrempten, bespritzten Bein-kleidern, sitzt auf seinem Freiplatze und denkt:Mansehe ihn an, diesen Bibi, diesen Fratz! Als Einzel-wesen hat er noch ein Ende zu wachsen, aber als Typus

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