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Das Wunderkind : Novellen
Entstehung
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Wunderdinge vornrachen. Aber man muß bedenken,daß es von oben kommt. Gott verteilt seine Gaben, daist nichts zu tun, und es ist keine Schande, ein gewöhn-licher Mensch zu sein. Es ist etwas wie mit dem Jesus-kind. Man darf sich vor einem Kinde beugen, ohnesich schämen zu müssen. Wie seltsam wohltuend dasist!" Er wagt nicht zu denken:Wie süß das ist!"Süß" wäre blamabel für einen kräftigen, alten Herrn.Aber er fühlt es! Er fühlt es dennoch!

Kunst..." denkt der Geschäftsmann mit derPapageiennase.Ja freilich, das bringt ein bißchenSchimmer ins Leben, ein wenig Klingklang undweiße Seide. Übrigens schneidet er nicht übel ab.Es sind reichlich fünfzig Plätze zu zwölf Mark verkauft:das macht allein sechshundert Mark und dannalles übrige. Bringt man Saalmiete, Beleuchtungund Programme in Abzug, so bleiben gut und gerntausend Mark netto. Das ist mitzunehmen."

Nun, das war Chopin, was er da eben zumbesten gab!" denkt die Klavierlehrerin, eine spitz-näsige Dame in den Jahren, da die Hoffnungen sichschlafen legen und der Verstand an Schärfe gewinnt.Man darf sagen, daß er nicht sehr unmittelbar ist.Ich werde nachher äußern: ,Er ist wenig unmittelbar?Das klingt gut. übrigens ist seine Handhaltung voll-

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