und ihrer selbst nicht hinlänglich bewusst. Seit mehreren Ge-schlechtern in einem Übergangslande zeltend zwischen derVäterheimat und dem eigentlichen Ägypten, waren sie vongestaltloser Seele, ohne sichere Lehre und schwankendenGeistes; hatten vieles vergessen, einiges halbwegs aufgenom-men, und eines rechten Mittelpunktes ermangelnd, trautensie ihrem eigenen Gemüte nicht, auch nicht dem Ingrimm,der darin war, über die Fron, an dem aber Fisch, Bier undRindfleisch sie irre machten.
Mosche nun, angeblich des Amram Sohn, hätte, als er demKnabenalter entwuchs, wohl ebenfalls für Pharao Ziegelstreichen müssen. Das geschah aber nicht, sondern der Jüng-ling wurde von seinen Eltern genommen und nach Ober-Ägypten in ein Schulhaus gebracht, so ein sehr feines Internat,wo die Söhne syrischer Stadtkönige zusammen mit einheimi-schen Adelssprossen erzogen wurden. Da wurde er hingetan;denn seine leibliche Mutter, Pharao’s Kind, die ihn ins Schilfgeboren, ein zwar lüsternes, aber nicht gemütloses Ding,hatte sein gedacht um seines verscharrten Vaters willen, desWasserziehers im Bärtchen und mit den traurigen Augen,und wollte nicht, dass er bei den Wilden bleibe, sondern zumÄgypter gebildet werde und ein Hofamt erlange, in halber,verschwiegener Anerkennung seiner göttlichen Halbblütig-keit. So lernte denn Mose, gekleidet in weisses Leinen undeine Perücke auf dem Kopf, Stern-und Länderkunde, Schrift-kunst und Recht, war aber nicht glücklich unter den Geckendes vornehmen Internats, sondern ein Einsamer unter ihnen,voller Abneigung gegen die ganze ägyptische Feinheit, ausderen Lust er entsprungen war. Das Blut des Verscharrten,der dieser Lust hatte dienen müssen, war stärker in ihm alssein ägyptisch Teil, und in seiner Seele hielt er es mit denarmen Gestaltlosen daheim in Gosen, die nicht Mut hatten zu
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