Edom«, wie Pharao’s Schreiber sie nannten, mit Erlaubnisder Grenzbehörden ins Land gekommen, und der DistriktGosen, im Niederland, war ihnen zur Weidenutzung ange-wiesen worden. Wer da glaubt, sie hätten umsonst dortweiden dürfen, der kennt ihre Wirte schlecht, die KinderÄgyptens. Nicht nur, dass sie steuern mussten von ihremVieh, und zwar dass es drückte, sondern alles, was Kräftehatte bei ihnen, musste auch Arbeitsdienst leisten, Fronwerkbei den mancherlei Bauten, die in einem solchen Lande, wieÄgypten es ist, immer im Gange sind. Besonders aber seitRamessu, seines Namens der Zweite, Pharao war zu Theben,wurde ausschweifend gebaut, das war seine Lust und seineKönigswonne. Verschwenderische Tempel baute er über dasganze Land, und drunten im Mündungsgebiet Hess er nichtnur den lange vernachlässigten Kanal erweitern und sehrverbessern, der den östHchsten Nilarm mit den Bitterseenund so das grosse Meer mit dem Zipfel des Roten Meeresverband, sondern er richtete auch zwei ganze Magazin-Städteam Lauf des Kanales auf, genannt Pitom und Ramses, unddazu wurden die Kinder der Zugelassenen, diese Ibrim, aus-gehoben, dass sie Ziegel büken, schleppten und rackerten imSchweiss ihrer Leiber unterm ägyptischen Stock.
Dieser Stock war mehr nur das Abzeichen von Pharao’sAufsehern, sie wurden nicht unnötig damit geschlagen. Auchhatten sie gut zu essen bei ihrer Fron: viel Fisch aus dem Nil-arm, Brot, Bier und Rindfleisch recht wohl zur Genüge. Demungeachtet aber passte und schmeckte die Fron ihnen wenig,denn sie waren Nomadenblut, mit der Überlieferung freischweifenden Lebens, und stündlich geregelte Arbeit, bei derman schwitzte, war ihnen im Herzen fremd und kränkend.Sich aber über ihren Missmut zu verständigen und eines Sinnesdarüber zu werden, waren diese Sippen zu locker verbunden
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