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Das Gesetz
Entstehung
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stösst? Es hat dich wohl einer zum Obersten oder zum Richtergesetzt über uns? Wir wüssten nicht, wer.«

Das war ihm nicht neu. Er hatte es früher schon von ihnengehört, bevor er nach Midian floh.

II

Sein Vater war nicht sein Vater, und seine Mutter war seineMutter nicht,so unordentlich war seine Geburt. Ramessus,des Pharaos, zweite Tochter, ergötzte sich mit dienendenGespielinnen und unterm Schutze Bewaffneter in dem könig-lichen Garten am Nil. Da wurde sie eines ebräischen Knechtesgewahr, der Wasser schöpfte, und fiel in Begierde um seinet-willen. Er hatte traurige Augen, ein Jugendbärtchen umsKinn und starke Arme, wie man beim Schöpfen sah. Erwerkte im Schweiss seines Angesichts und hatte seine Plage;für Pharaos Tochter aber war er ein Bild der Schönheit unddes Verlangens, und sie befahl, dass man ihn zu ihr einlassein einen Pavillon. Da fuhr sie ihm mit dem kostbaren Händ-chen ins schweissnasse Haar, küsste den Muskel seines Armsund neckte seine Mannheit auf, dass er sich ihrer bemächtigte,der Fremdsklave des Königskindes. Als sies gehabt, liess sieihn gehen, aber er ging nicht weit; nach dreissig Schrittenward er erschlagen und rasch begraben, so war nichts übrigvon dem Vergnügen der Sonnentochter.

»Der Arme!« sagte sie, als sies hörte. »Ihr seid auch immerso übergeschäftig. Er hätte schon stillgeschwiegen. Er liebtemich.« Danach aber wurde sie schwanger, und nach neunMonaten gebar sie in aller Heimlichkeit einen Knaben, denlegten ihre Frauen in ein verpichtes Kästlein aus Rohr undverbargen dasselbe im Schilf am Rande des Wassers. Da