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Katechismus der Stilistik : eine Anweisung zur Ausarbeitung schriftlicher Aufsätze
Entstehung
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Dritter Teil. Komposition.

Arten der Briefe, sowie über die Stilübung im Brief-schreiben einiges kurz benierken. Man kann zweierlei Artenvon Briefen unterscheiden, indem man entweder die Briefeunterscheidet nach dem verschiedenen Verhältnisse desBriesschreibers zum Briefempfänger, oder nach dem ver-schiedenen Inhalte der Briefe. Ersterer Teilungsgrundgiebt drei Arten, nämlich: freundschaftliche Briefe, Briefean fremde Personen und Geschäftsbriefe. Letzterer Ein-teilungsgrund ist unbegrenzt, indem der Inhalt der Briefeunbegrenzt ist. Indes pflegt man unter den letzteren Arteneinige hervorzuheben, weil sie ihres besonderen Inhaltswegen einen besonderen Charakter annehmen. Wir nennenals solche:Berichtschreiben, Bittschreiben, Bestellungsbriefe,Empfehlungsschreiben, Glückwünschungsschreiben, Dank-sagungsschreiben, Trost- und Beileidsschreiben, Erinnerungs-und Mahnbriefe, Warnungs- und Vorwurfsbriefe, Ent-fchuldigungs- und Rechtfertigungsbriefe" u. dergl. m.

540. Woraus muß der Katechismus hier verweisen?

Die notwendige Rücksicht auf Raumersparnis zwingtden Katechismus, auf die vorhandenen Briefsammlungen(Briefsteller) zu verweisen.

541. Was ist endlich über die Stilübnng im Briefschreibcnzu bemerken?

Je wichtiger es ist, einenguten" Brief schreiben zulernen, und je bedeutungsvoller uns stets die Forderungentgegengetreten ist, daß der Brief der persönliche Stell-vertreter des Briefschreibers ist, um so wichtiger ist in derstilistischen Hebung des Briefschreibens ein naturgemäßerLehrgang. Es tritt daher die Wiedererzählung bei dieserArt der Stilübung in ihr vollstes Recht ein, und zwar biszur untersten Stufe, dem eigentlichen Briefabschreiben, hinab.

Man hörte früher, und noch jetzt, vielfach darüber klagen,daß Lehrlinge auf den kaufmännischen Kontoren in den erstenJahren ihrer Lehrzeit nichts zu thnn bekämen als Briese zukopieren; aber seit die Kopiermaschinen in Gang gekommen sind,