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Katechismus der Stilistik : eine Anweisung zur Ausarbeitung schriftlicher Aufsätze
Entstehung
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Zweites Kapitel. Besondere Regeln der Komposition.

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einem Briefe ebendeshalb oftEingang" genannt wird,weil ihr bestimmter Zweck es ist, dem Briefe bei dem Leser-Eingang zu verschaffe»; ferner, daß die Anrede hierbei alszur Einleitung gehörend angesehen werden muß; endlich,daß die Einleitung eines Briefes um so schwieriger ist, alsomit um so größerer Sorgfalt ausgearbeitet werden muß, jemehr entweder der negative Widerstand des Fremdseins,oder der positive Widerstand der Abneigung dem Briefeden Eingang verwehrt.

Gerade in dem zuletzt genannten Falle ist aber um so mehrdavor zu warnen, daß mau sich nicht zu einer unnatürlichen undgekünstelten Einleitung verführen lasse. Denn namentlich einemfremden, oder höherstehenden, oder dem Inhalte des Briefes wider-strebenden Leser gegenüber ist die durch eine zu gedehnte oder gekünstelteEinleitung gar leicht hervorgernfene Ungeduld doppelt zu fürchten.

516. Was ist über den Vortrag oder die Darlegung desThemas in einem Briefe noch besonders zu bemerken?

Wenn auch einem Briefe gegenüber von einem bestimmtenThema und von der Darlegung desselben die Rede ist,so ist doch zu bemerken, daß viele schriftliche Mitteilungenvon Hand zu Hand gehen, ohne daß das genannte Merkmalsich in und an ihnen findet, indem sie eben nurschriftlicheMitteilungen einzelner oder mehrerer Nachrichten" sind,daher auch von dem bestimmten Charakter eines solchensogenannten Briefes die Rede nicht sein kann. SchriftlicheMitteilungen dieser Art werden, wenn sie zugleich kürzergefaßt sind, was aber keineswegs ein unterscheidendes Merk-mal ist, gewöhnlichBillet" genannt.

Um sich den allgemeinen Unterschied zwischen Brief und Billetklar zu machen, muß inan sich daran erinnern, daß ein Billet zuuns kommt anstatt eines beliebigen Boten, den der Briesschrciberuns sendet, der also auch nicht unsauber rc. sein darf; daß aber derBrief anstatt des Briefschreibers selbst kommt.

517. Weshalb ist die geordnete Disposition einem Briefebesonders notwendig?

Weil jeder Brief einem bestimmten einzelnen Zweckedient, so ist die diesem Zwecke entsprechende Disposition des