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Dritter Teil. Komposition.
uns darin, daß Sein und Thätigkeit, unter welche jedermögliche Stoff einer Beschreibung sich ordnen läßt, auf dengenannten vier Stufen in ihrer gegenseitigen Beziehung undin ihrem Fürsichsein ihren Platz fanden. Allein wir sahenvorhin (s. Fr. 360), daß um des verschiedenen Zweckeswillen zu den drei wesentlichen Merkmalen der Beschreibung,nämlich der Anschaulichkeit, Treue und Vollständigkeit, noch(s. Fr. 372 ff.) die Forderung der Schönheit als Haupt-merkmal hinzukommen könne, indem die Beschreibung zueiner „Schilderung" werde. Daraus ergiebt es sich, daßdie Schönbeschreibung oder Schilderung die fünfte Stufedes Beschreibens ist.
417. Woraus kommt es bei einer Schilderung besonders an?
Wir haben jeden schriftlichen Aufsatz und die Schrift
selbst eine Sache der Kunst genannt. Dies gilt um so mehr,je mehr die Forderung der Schönheit hervortritt; denn dasGesetz der Schönheit ist bei jeder Kunstleistung das Haupt-gesetz. Die Forderung der Schönheit fanden wir aber(s. Fr. 391) darin begründet, daß die äußere Form deminneren Wesen entspreche, und wir fanden (s. Fr. 391) unsereVorliebe dafür in dem Wesen unseres eigenen inneren Lebensbegründet. Also muß es umgekehrt auch für das Gelingeneiner Schilderung hauptsächlich ankommen auf die Zustim-mung unseres eigenen inneren Seelenlebens.
418. Welche Praktische Stilregel ergiebt sich daraus?
„Wenn du einen Gegenstand oder eine That schildern
willst, so fasse denselben zuvor in deinem eigenen Innernmit voller Liebe auf!"
419. Woraus ergiebt sich die Notwendigkeit und eingreifendeBedeutung dieser Praktischen Regel?
Allerdings ist es möglich, sich in die Begeisterung fürein zu schilderndes Thema nur künstlich hineinzudenken.Diese Künstlichkeit tritt aber in der Schilderung selbst nichtallein dem Kundigen sofort entgegen, sondern läßt auch bei