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Dritter Teil. Komposition.
402. Welche praktische Regel ergiebt sich für diese zweite Stufedes Beschrcidens?
„Beschreibe eine Art oder Gattung von Dingen also,daß du dieselbe neben allen ähnlichen Arten oder Gattungenerkennen kannst!"
403. Worin ist die Beschreibung aus der ersten und zweitenStufe sich gleich, und worin ungleich?
Gleich ist sich die Beschreibung auf der ersten und zweitenStufe darin, daß sie durch Darlegung der Merkmale vollführtwird. Ungleich aber ist sie sich darin, daß auf der ersten StufeMerkmale dargelegt werden, welche die Logik „zufällige"nennt, weil sie nur dem Einzelding und nicht der Gattungangehören, und auf der zweiten Stufe Merkmale, welche dieLogik „wesentliche" nennt, weil sie der Gattung angehören,daher auch das allgemeine Wesen der Einzeldinge,welche unter die Gattung zusammengefaßt werden, ausmachen.
Wenn ich z. B. einen einzelnen Kahn beschreiben will, so gebeich seine Länge, Farbe, Bauart, Alter, Einteilung in Sitze rc. an,welches alles Eigenschaften sind, die auch anders sein könnten, ohnedaß der Kahn aufhörte ein Kahn zu sein. Wenn ich aber eineBeschreibung entwerfen will über das Thema „der Kahn", so sucheich diejenigen Merkmale, welche der Gattung von Einzeldingen, diemit, dem Worte „Kahn" bezeichnet wird, angehören, ohne welchedaher auch ein einzelner Kahn nicht gedacht werden kann, obgleichsie sich an sämtlichen Kähnen ausgeprägt finden, z. B. kleines Schiff,durch Ruder in Bewegung zu setzen rc.
404. Wie haben wir vorher diese beiden Arten von Merk-malen unterschieden?
Wir haben die der Gattung angehörenden Merkmalelogisch-wesentliche, die den Einzeldingen angehörendenrhetorisch-wesentliche genannt, um damit hervorzuheben, daßbei der Beschreibung eines Einzeldinges gerade diejenigenMerkmale, welche die Logik „zufällige" nennt, der Be-schreibung wesentlich angehören.
405. Welche Ausgabe steht auf der dritten Stufe des Beschreibens?
Die Beschreibung größerer Räume mit den dort
befindlichen verschiedenen Dingen bildet die dritte Stufe desBeschreibens.