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Katechismus der Stilistik : eine Anweisung zur Ausarbeitung schriftlicher Aufsätze
Entstehung
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Erstes Äapitcl. Allgemeine Regeln der jkonipnsitwn. !>5

in Kladde schreiben, um in dem raschen und lebendigenFortgang der Komposition nicht durch die notwendige Sorg-falt ans Korrektheit und Sauberkeit der Schrift gestört zuwerden. Aber durch solche Erklärung giebt man zu, daßman sich eben bisher noch so wenig an eine saubere undkorrekte Handschrift gewöhnt hat, daß die darauf zu ver-wendende Sorgfalt noch störend sei. Alan sollte aber umso mehr zugeben, daß es gerade deshalb zwiefach nötig sei,mit dem Kladdeschreiben ein Ende zu machen.

Wenn bisweilen sogar verlangt wird, es sei erst die Kladdevvrzuzeigen, so stimmt das etwa mit der Forderung überein, manmüsse sich erst im unsauberen Hausklcide zeigen, damit nachher derKontrast des GesellschastSputzes um so sichtlicher hcrvortrete.

283. Welche Folgen hat dagegen die Entwöhnung vomKladdcschreiben?

Zuerst die Folge, daß eine saubere und korrekte Schriftzur Gewohnheit wird, daher den raschen und lebendigenFortgang nicht nur nicht stört, sondern wesentlich fördert.Denn bei der wesentlichen Verbindung zwischen Aeußeremund Innerem übt gerade die gewohnte, d. h. natürliche Auf-merksamkeit auf die äußere Schönheit des Stils rückwirkendEinfluß auf die innere Haltung desselben.

Es hat sich dem Verfasser noch jedesmal von neuem die Er-fahrung bestätigt, daß bei Schülern, bei welchen es gelang, dasKladdeschreiben entweder ganz zu beseitigen, oder doch zu dem zumachen, was cs seiner Natur nach nur sein darf, zu einem „Not-behelf", sich nicht bloß die äußerliche, sondern auch die innerlicheStilkorrekthcit hob und festsetzte.

284. Welche zweite wesentliche Folge hat die Entwöhnungvom Kladdeschrciben?

Die Entwöhnung vom Kladdeschreiben hat die zweitewesentliche Folge der Zeitersparnis: und zwar in dem-selben Maße, in welchem durch die Feder zu wirken dieAufgabe ist.

Protestieren werden hier besonders diejenigen, welche sich einesAbschreibers ihrer Kladden bedienen. Allein abgesehen davon, daß