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Katechismus der Stilistik : eine Anweisung zur Ausarbeitung schriftlicher Aufsätze
Entstehung
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Dritter Teil. Komposition.

der Eitelkeit dient: elfteres zeigt sich in der Steifheit desStils, letzteres in widerlicher Geziertheit.

Wenn der Verfasser manches Aufsatzes, der sich in gesuchtenWendungen dreht, nach Effekt bezweckenden Schlagwörtern hascht,sich mit weit hergeholten Bildern zn schmücken sucht u. bergt. m.,wüßte, wie sehr eine solche Geziertheit des Stils nicht allein dembeabsichtigten Zwecke widerstreitet, sondern eine entgegengesetzteWirkung zur Folge hat, so würde er die notwendige Achtsamkeitauf seinen Stil dahin richten, daß er dem natürlichen Ausdrucke,der allein schön ist, treu bliebe. „Die größte Deutlichkeit war immerdie größte Schönheit." (Lessing.)

ä) liierte lieget.

272. Wie lautet die vierte allgemeine Kompositionsregel?

„Vollständige Korrektheit ist die erste Voraussetzung eines

schönen Stils!"

273. Wann nennen wir die Korrektheit des Stils „voll-ständig"?

Wenn bei dem Sprechen und Schreiben alle Forderungendes Sprachgebrauchs, so wie sie in der Sprachlehre gelehrtwerden, ihre vollständige Beachtung finden.

274. Inwiefern sind die Forderungen an die Korrektheit des„schriftlichen" Stils noch größer?

Weil hier noch diejenigen Forderungen hinzukommen,welche sich ergeben aus der Darstellung des Gesprochenenmit Hilfe der Schrift.

275. Welche Forderungen sind an die Korrektheit der Schriftzu stellen?

Zuvörderst die Forderungen, welche man die „ortho-graphischen" zu nennen Pflegt (s. Sprachlehre Fr. 610 ff.),sodann die „kalligraphischen" Forderungen, insoweit dieselbenals „Forderung" geltend gemacht werden können.

276. Inwieweit ist die Forderung einer „kalligraphischen Hand-schrift" bei der Abfassung eines schriftlichen Aufsatzes berechtigt?

Insoweit (s. Spracht. Fr. 611), als ein jeder wünschenmust und wünschen wird, seinen Aufsatz in einer solchen