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Katechismus der Stilistik : eine Anweisung zur Ausarbeitung schriftlicher Aufsätze
Entstehung
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Dritter Teil. Kompositimt,

Regel in einzelnen Schulen, nach welcher, wenn ein Thema zum„freien Aufsatze" aufgegeben ist, ohne Ausnahme zuvor die Dis-position vorgezeigt werden muß (aber freilich nicht ohne Not ge-ändert wird), sind die Schüler im späteren Leben ihrem Lehrerzwiefach dankbar.

26V. Welche Arten von Kompositionsregeln sind zu unter-scheiden?

Zwei Arten, nämlich allgemeine Kompositionsregeln,welche bei der Abfassung jedes schriftlichen Aufsatzes ohneAusnahme in Anwendung kommen, und besondere Kom-positionsregeln, welche Anleitung geben bei der Abfassungeinzelner Arten von Aufsätzen.

Erstes Kapikrl.

Ällgrmrint Krgrl» brr Komposition.

u) Erste lieget.

261. Wie lautet die erste allgemeine Kompositionsregel?

„Lies oft und laut gut geschriebene Musteraufsätze!"

262. Worin ist diese erste allgemeine Kompositionsregel be-gründet?

Die Sprache ist kein Kunstwerk der Menschen, sondernein natürlicher, jedem durch das Geschick seines Volkeszugefallener Organismus; eben deshalb ist die unmittel-bare Sprechübung der direkte Weg der Spracherlernuug(s. Sprachlehre, Einleitung). Es geht dieser natürliche Wegder Spracherlernung auch insoweit auf die Schrift als diekünstliche Darstellung des Gesprochenen über, als es sich umdie innere Befähigung zu derselben handelt, denn diese bestehteben in der sprachlichen Entwickelung des Schreibenden. Daßdabei „gut geschriebene Musterstücke" als Uebungsobjektefestzuhalten sind, liegt auf der Hand, indem man dem endlichenZiele nur durch lebendige Anschauung desjenigen, was sichauf dem Wege dahin findet, näherkommen kann.