Druckschrift 
Katechismus der Stilistik : eine Anweisung zur Ausarbeitung schriftlicher Aufsätze
Entstehung
Einzelbild herunterladen
 

80

Zweiter Teil. Disposition.

etwa darbietm den Gedanken:Jede Pflichtforderung bat zwiefacheGültigkeit, je schwerer der Kampf ist!"

238. In welchem Sinne wird der TerminusUebergang"oft gebraucht?

In dem Sinne, daß man dabei nur denkt an den Ueber-gang von der Einleitung zu dem übrigen Aufsatze.

239. Woher rührt diese Beschränkung?

Weil man das Wesen und die Aufgabe der Einleitungnur oberflächlich auffaßt, daher ihr Verhältnis zu dem übrigenAufsatze nicht klar durchschaut, daher auch ihren Zusammen-hang mit dem übrigen nicht leicht findet.

240. Was ist die Folge dieser Beschränkung?

Daß der Uebergang von der Einleitung zu dem übrigen,namentlich zur Aufstellung des Themas, als des sich zunächstDaranschließenden, gleichfalls einseitig gelehrt und aus-geführt wird.

241. Welcher Forderung hinsichtlich des also aufgefaßtenUcliergangs" begegnet man daher ost in betreffenden Schriften?

Der Forderung, es solle der Uebergang den Zweck derDarstellung vollständig klarlegen.

242. Wie muß über diese Forderung geurteilt werden?

Daß diese Forderung an sich, d. h. ihrem allgemeinen

Sinne nach, richtig ist, wie sich uns schon (s. Fr. 235237)aus unserer zweiten Uebergangsregel zeigt; daß aber ihreBefolgung im einzelnen Falle nicht selten entschieden falschist, indem die vollständige, ausdrückliche Darlegung desZweckes sehr oft entschieden zweckwidrig ist.

243. Wie erklärt sich dieser anscheinende innere Widerspruch?

Daraus, daß schon unsere eigene Lebenserfahrung uns

lehrt, daß es keineswegs stets der richtige Weg ist, umjemanden zur Thatkraft anzuspornen, wenn man ihm dasZiel ausdrücklich und bestimmt vorhält, wohin man ihn zuführen gedenkt.