Zweites Kapitel. Innerliches Zurechtlegen des gesammelten Stoffes. 63
179. Woran erkennt man cs während der Komposition, wenndie Disposition nicht weit genug hinabgesiihrt wurde?
Daran, daß der Fortschritt der Ausarbeitung stockt, in-dem man zweifelhaft ist, zu welchem Stoffe man nunmehrzu greifen habe.
180. Wie verhält sich demgemäß die hinabgefiihrtc oder spezielleAusführung der Disposition zu der fortschreitenden Fertigkeit?
Je größere Fertigkeit wir durch fortgesetzte Hebung inder Ausarbeitung schriftlicher Aufsätze erlangen, um destoweniger thut es uns not, den Weg, welchem wir zu folgenhaben, im einzelnen im voraus uns selbst vorzuzeichneu.Also ist die Notwendigkeit der Ausführung einer Dispositionin das einzelne hinein als eine mit der fortschreitendenHebung und Fertigkeit abnehmende anzusehen.
Z) Anbeute Kegel.
181. Welche siebente praktische Regel ergiebt sich uns daraus?
„Arbeite während deiner Uebungszeit deine
Dispositionen stets sorgsamst aus!"
Namentlich für die Schularbeiten ist es eine unerläßlicheForderung, daß kein deutscher Aufsatz irgend einer Art ohne vorher-gegangene sorgsame Ausarbeitung der Disposition begonnen werdendarf. Wenn solches in den Schulen „sehr oft", ja „meistens"versäumt wird, so liegt das meistenteils darin, daß die „freienAufsätze" gestattet oder verlangt werden, bevor die notwendigenStufen der „Wiedererzählung" (s. Fr. 11 und 12) durchgeniachtsind, und daß man deutsche Aufsätze verlangt, ohne eine Anleitungzur Ausarbeitung derselben gegeben zu haben.
182. Was sind die Folgen der Nichtachtung dieser Regel?
Daß die Schüler während der Schulzeit entweder „Worte
machen" anstatt „Aufsätze schreiben", oder daß sie die „Auf-satzstunde", welche ihnen notwendig sehr lieb sein muß, weilsie ihnen Gelegenheit giebt, vor andern und vor sich selbstihre bisher erlangte Kraft und Fertigkeit zu prüfen, als einezwiefache Last ansehen, je mehr sie ihre häusliche Anstrengungbeansprucht, und daß die entlassenen Schüler nach der Schul-