Einleitung.
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19. Welchen Platz nimmt daher der deutsche Aufsatz in demSchulunterrichte ein?
Einen ersten Platz! Denn wenn auch die Befähigungzur Ausarbeitung deutscher Aufsätze über die einzelnen Kennt-nisse des Schülers an sich nicht entscheidet, so giebt sie dochein wesentliches Moment zur Beurteilung der allgemeinengeistigen Befähigung, sowie der errungenen Stufe der all-gemeinen geistigen Entwickelung des Schülers, es sei denn,daß die notwendigen Vorübungen, sowie die Mitteilungder notwendigen mechanischen Fertigkeiten versäumt sind.Uebrigens versteht es sich von selbst, daß Redensarten alleinso wenig einen Aufsatz, wie eine Rede machen.
2V. Woraus crgiebt sich, wenn wir vorwärts blicken, diewesentliche Bedeutsamkeit deutscher Aussätze?
Schreiben zu können ist eine Befähigung, die uns not-thut, sobald in uns das Bewußtsein eines Zusammenlebenserwacht, welches über den Kreis des Hauses, des Dorfesoder der Stadt, in welcher wir wohnen, hinausgeht (vergl.Spracht. Fr. 24—28). Auch das durch Lesen und Schreibenvermittelte Zusammenleben besteht in Empfangen und Mit-teilen. Je mehr wir also unsere schriftliche Ausdrucksfähig-keit, d. h. unsere geistige Mitteilungsfähigkeit durch bewußteUebung entwickeln, um so größer wird auch unser geistigerEinfluß (Fr. 17), und zwar in einen so weiten Kreis hinaus,als unser schriftliches Wort dringt.
21. Welche Bedeutung haben die schriftlichen Aussätze für dasPraktische Leben?
Wer nicht schreiben und lesen kann, ist im bürgerlichenund staatlichen Zusammenleben, wie sich dieses gestaltet hatund gestalten mußte, nicht allein nach allen Seiten hin unfrei,sondern auch auf diejenige praktische Thätigkeit beschränkt,die er mit dem Munde abrufen und unmittelbar mit denHänden erreichen kann, bewegt sich also eingeengt durch denengsten Kreis. Wer aber auch nur gerade dann, wenn esgilt, genötigt ist, zu einer fremden Feder seine Zuflucht zu