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Einleitung.
11. Wie viele Arten der ersten Gattung giebt es?
Man pflegt hier zwei Arten von schriftlichen Aufsätzen zuunterscheiden, nämlich „Wiedererzählungen", in denensich der Verfasser bei seiner Darstellung in Stoff und Form anseine Quelle bindet, und „freie Aufsätze", bei denen derVerfasser Stoff und Form frei aus sich selbst heraus schöpft.Indes ist diese Unterscheidung nur an den äußersten Grenz-punkten eine absolute, wenn die Wiedererzählung ein einfachesAbschreiben, und der freie Aufsatz ein vollständiges Phantasie-bild ist. Im übrigen tritt auch bei der Wiedererzählung diereproduktive oder umformende eigene Thätigkeit des Ver-fassers stets mehr oder weniger hervor, sowie er auch beidem freien Aufsatze in höherem oder geringerem Grade stetsan gegebenen Stoff und gegebene Form gebunden ist.
12. Wie verhalten sich diese beiden Arten in Beziehung aufden Entwickelungsgang des Schreibenden zu einander?
Wie im allgemeinen nur dann in Wahrheit von freierBewegung die Rede sein kann, wenn derselben eine durch fort-gesetzte Uebung erlangte bewußte Fähigkeit zu Grunde liegt,so gilt solches von den freien Aufsätzen zwiefach, da hierbeidie schaffende geistige Thätigkeit des Menschen direkt in An-spruch genommen wird. Es muß daher derjenige, welchereinen „guten" deutschen freien Aufsatz schreiben lernen will,es sich nicht verdrießen lassen, stufenweise fortschreitend vomreinen Abschreiben bis zur reinen Reproduktion, im Wieder-erzählen sich zu üben, bis die frei schaffende geistige Kraftvollständig in ihm erstarkt ist. Ein unpädagogisches Ueber-schnellen ist in keinem Unterrichtsgegenstande von wesent-licherem Nachteile als in diesem (vergl. Fr. 83 ff).
13. Wie viele Arten der zweiten Gattung giebt es? (Vergl.
Fr. 10.)
In Beziehung auf die allgemeine von dem Verfasserinnegehaltene Form im Verhältnisse zu dem behandeltenGegenstände werden drei Arten von schriftlichen Aufsätzenunterschieden, nämlich: