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Katechismus der Gedächtniskunst oder Mnemotechnik
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Erster Abschnitt.

aber nur den Sinn oder Inhalt eines Satzes, einerErklärung, Erzählung oder dergleichen, so wird diesesBehalten das Sach-Gedächtnis genannt. Beide Artender Gedächtnisübung aber müssen in Schulen fleißig geübtwerden, wenn der Unterricht den höchsten Nutzen für dieZukunft haben soll; nur darf das Wort-Gedächtnis nie allein(also ohne Sach-Gedächtnis) mit den Schülern vorgenommenwerden, wenn das Memorieren nicht in zweck- und gedanken-losen Mechanismus ausarten soll; d. h. man darf sich nichtdamit begnügen, daß die Lernenden sich bloß die totenWörter eines zu memorierenden Artikels einprägen, sondernman muß streng darauf halten und bedacht sein, daß sieauch den wahren Sinn des auswendig zu Lernenden genauverstehen.

26. Wie übt man den Schülern das Sach-Gedächtnis ein?

1. Man gebe ihnen zuweilen auf, ein Tier, Haus- oderanderes Gerät, oder sonst einen Gegenstand zuhause genauzu betrachten, und lasse sich dann in der Lehrstunde vonihnen wieder angeben, was alles sie am Tiere, dem Hauseoder dem Hausgeräte rc. bemerkt haben.

2. Man lasse die Kinder recht oft kleine, angenehme undlehrreiche Geschichten (z. B.aus einem anerkannt guten Lesebuch)mit ihren eigenen Worten nacherzähten, nachdem sie dieselbenaufmerksam durchgelesen haben; dies ist eine vortrefflicheGedächtnisübung.

3. Man suche den Schülern alles, was sie im Gedächtnissebehalten sollen, so viel als möglich mittels ihrer Sinnebegreiflich oder verständlich zu machen, weil das Gedächtnisdurch die Sinne ungemein unterstützt wird; durch je mehrSinne man eine Sache empfindet, desto fester wird sie auchdem Gedächtnisse eingeprägt und also auch behalten. Manrede daher mit den Zöglingen von denjenigen Sachen, welcheihrem Gedächtnisse und Herzen tief eingeprägt werden sollen,und zwar am besten zu einer Zeit, wo ihre Sinne wirklichdavon ergriffen werden, oder soeben davon berührt sind;