Von der Gedächtniskunst Überhaupt.
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daß die Rede oder Predigt gedruckt oder geschrieben sei;
/s) daß man sich den Ort, wo man den Vortrag haltenwill, zuvor genau besehe, sich an demselben die auf-fallendsten Gegenstände merke, und dann an jedenderselben einen gewissen Teil seines Vortrages knüpfe,welches Verfahren schon die Alten unter dem Namen„Topologie" kannten. Will man aberden mündlichen Vortrag eines Andern behalten, sohöre man solchem mit größter Aufmerksamkeit zu,und wiederhole fleißig das Gehörte. (Übrigens hüteman sich vor Erschöpfung durch zu anhaltendesMemorieren.)
8. Um irgend einGedicht, oder sonst Etwas in gebundenerRede, schneller als gewöhnlich auswendig zu lernen, lese manjede Strophe desselben bedächtig und oft durch, versuchesodann, es aus dem Kopfe richtig niederzuschreiben, und fallsdies noch nicht gelingt, setze man von jeder Verszeile der zumemorierenden Strophe deren Anfangsbuchstaben untereinander, überhöre sich nun aufs neue, und werfe da, woman stockt, nur einen Blick auf den Anfangsbuchstaben, imäußersten Falle aber auf diese Zeile selbst, so wird uns solchebald wieder einfallen. Hat man endlich
9. etwas abzuschreiben, so fördert es nicht nur dieArbeit ungemein, sondern es ist zugleich eine bequeme undnützliche Gedächtnisübung, wenn man sich stets bemüht, daszu Übertragende von einem Interpunktionszeichen zum andernnach nur einmaligem Hören oder Lesen sogleich aus demKopfe niederzuschreiben.
25. Wie muß die Pflege des Gedächtnisses in Schulen geübtwerden?
Dadurch, daß man die Schüler alles zu Erlernendeentweder wörtlich, oder nach Umständen auch bloß seinemHauptinhalte nach memorieren läßt. Das wörtlicheBehalten irgend eines wissenschaftlichen Gegenstandesnennt man auch das Wort-Gedächtnis; merkt man sich
Kothe, Gedächtniskunst. 7. Aufl.
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