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Katechismus der Gedächtniskunst oder Mnemotechnik
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Erster Abschnitt.

Methode Lob spenden. Man begreift schon, welch glücklicheErfolge jeder, der sich täglich eine oder zwei Stunden dankitbeschäftigen will, auf diesem Wege erzielen kann, und ist nichtmehr ungläubig, wenn man hört, daß Herrn de Castilhonicht mehr als 26 Tage dazu genügt haben.

(Nouveau »lourna! ü'Lui-s-vl-I^oirs, 14. Februar 1832.)

Ähnliche mehr oder weniger glaubwürdige Berichte überdie Brüder Castilho bringen aus den Jahren 1831 bis1834 viele andere Zeitungen Frankreichs, Englands, Bel-giens, Portugals, Italiens und der Schweiz. Später lasI. F. de Castilho auch in einigen Städten Deutschlands,z. B. im Januar 1838 zu Hamburg, in französischer Sprache.

I)r. Hermann Kothe, von welchem die ursprünglicheBearbeitung dieses Katechismus herrührt. Von demselbenwird berichtet, daß er nur ein sehr mittelmäßiges Gedächtnisbesaß und vielfach mit Vergeßlichkeit zu kämpfen hatte.Zufällig mit dem Mnemotechniker Otto-Reventlow bekanntgeworden, faßte er den Entschluß, den Versuch zu machen,seine Gedächtniskraft mit Hilfe der Prinzipien der Mnemo-technik zu vervollkommnen. Überraschend waren die Erfolgedieses Versuchs; denn schon nach wenigen Wochen war erim stände, öffentlich als Gedächtniskünstler aufzutreten undHunderte ihm nur einmal vorgesagte Zahlen fehlerlos zuwiederholen.

In der neuesten Zeit ist Hugo Weber-Rumpe bestrebt,das ganze Gebäude der Gedächtniskunst weiter auszubilden,ihre Anwendbarkeit für die verschiedensten Gebiete nach-zuweisen und richtige Vorstellungen über dieselbe in dieweitesten Kreise zu tragen.

24. Wie unterscheiden sich die Gedächtnisse, und welches sinddie vorzüglichsten Stärkungsmittel siir das natürliche Gedächtnis?

Man unterscheidet das künstliche Gedächtnis (Mnemo-technik) und das angeborene oder natürliche Gedächtnis(Mnemonik); die vorzüglichsten, Naturgemäßesten Stärkungs-mittel für das natürliche Gedächtnis bestehen in Folgendem: