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Katechismus der Gedächtniskunst oder Mnemotechnik
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Erster Abschnitt.

20. Was geschah in den neueren Jahrhunderten für dieGedächtniskunst?

Da man eine andere Grundlage, als die bisherige,nicht aufzufinden wußte, begnügte man sich zumteil mitVersuchen an technischen Gegenständen. Namentlichwaren es die Zahlen, die man, als sehr wichtige und ebenso schwierige Gedächtnisgegenstände, für eine mnemotechnischeBehandlung geeigneter zu machen suchte. Mink von Weins-heim (Winkelmann) veröffentlichte 1648 ein Verfahren, nachwelchem er für die Ziffern Konsonanten setzte und sie durchdie Vokale zu Wörtern umbildete, in welchen die Vokale keineGeltung haben. Auch Leibniz stellte (in einem Aufsatze,der sich handschriftlich im Archive zu Hannover befindet) einsolches Zahlkonsonantenschema auf. Er setzte z B. 1 b,p, v; 6in; 5l; 7 n und merkte sich hiernachetwa das Jahr der Sintflut 1657 (b, m, I, n) durch dasWort Läumleiil.

21. Wurde diese Erfindung später vervollkommnet?

Ja; da aber nicht jeder Sprache ein und dasselbe Zahl-konsonantenschema entsprechen würde, so wurden für ver-schiedene Sprachen auch verschiedene Schemata aufgestellt.Das unsrige ist nach dem Dänen Carl Otto Reventlow,einem Philologen, für die deutsche Sprache bearbeitet.

Reventlow setzt: 1t,ä; 2n, v; 3in, vv; 4r,g;5 8, soll, 82 ; 6 b, p; 7 f, pt' und pll (im Anfängedes Worts); 8 ll, j ; 9 Ir, oll, oll, o; 0 I, r,und 95 x.

22. Ist die Umbildung der Zahlen in Worte von Wichtigkeit?

Sie wurde es besonders, seitdem man nicht mehr allein

auf solche Zahlwörter beschränkt war, die sich leicht durchBilder darstellen lassen.

23. Welche Männer haben sich außer den bereits erwähntendurch mnemotechnische Leistungen besonders bcmcrklich gemacht?

Die Griechen Hippias aus Elea, Theodektos,Charmidas und Metrodoros sollen durch Kunst