Von der GcdüchliiiSkunst überhaupt.
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18. Wann wurde sie zuerst wieder ans Licht gezogen?
Roger Bacon, ein berühmter Gelehrter des 13. Jahr-hunderts, schrieb eine besondere Abhandlung über dieGedächtniskunst, die nie gedruckt worden ist und sich hand-schriftlich zu Oxford befindet. Seitdem Raimund Lullusbald darauf seine sog. „große Kunst", eine eigene Art zuphilosophieren, bekannt gemacht, wurde auch von derlozierenden Gedächtniskunst, insofern man jene auf diesebezog, mehr gesprochen und geschrieben. Diese Beziehungkonnte jedoch der Natur der Sache nach nur eine sehrschwache sein. Lullus selbst gab seine Kunst, die namentlichGiordano Bruno später sehr dunkel und verworren mitder lozierenden Gedächtniskunst verband, für nichts anderesaus, als für eine Anweisung, vermöge gewisser klassifizierterBegriffe über alle Gegenstände des menschlichen Wissensgewandt denken und sprechen zu lernen. Einen allgemeinerenWirkungskreis gewann die Gedächtniskunst erst wieder seitder Mitte des 14. Jahrhunderts durch das erneuerte Interessefür die Studien und die dadurch vermehrte Lebhaftigkeit deslitterarischen Verkehrs, bei de» ausblühenden Universitätenund Akademien.
19. Wie hing mit diesem Interesse dasjenige für dieGedächtniskunst zusammen?
Das mühsame Erlernen der umfangreichen Gesetzbücher,ferner die Notwendigkeit für den geistlichen Stand, bei Ent-stehung der früheren Religionsstreitigkeiten sich mit allenund jeden Beweisstellen aus der Bibel zu versehen, unddieselben im Notfälle nach Buch und Kapitel zu zitieren,mußte wohl von selbst die Dozenten auf die mnemotechnischePraxis führen. Die Vorteile derselben beim Unterrichtekonnten dem aufmerksamen Lehrer nicht entgehen, und sollteanfangs auch nur Einer diese Idee aufgefaßt haben, somußte die Wichtigkeit einer Gedächtniskunst doch bald soeinleuchtend sein, daß jeder an dem Nutzen, den sie gewährenkonnte, gern Anteil nahm.