Von der Gedächtniskunst überhaupt.
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Außerordentliches geleistet haben. So vermochte Charmidasnach der Erzählung des altern Plimus ganze Bücher wörtlichaus dem Gedächtnisse wiederzugeben (?) — und von denbeiden letzteren sagt Cicero, daß sie alles, was sie sicheinzuprägen gewünscht, nach festen mnemotechnischen Regelnsich eingeprägt hätten.
Ferner Mithridates und Kineas.
Julius Cäsar diktierte fünf — nach Anderen sieben —Briefe zu gleicher Zeit; so rühmt man ihm wenigstens nach.
Seneca rezitierte in seiner Jugend zweitausend Wörterin der Ordnung, in welcher sie ihm vorgesagt wurden, undmehr als zweihundert Verse in umgekehrter Ordnung (?).
Eben so Crassus und L. Scipio re.
Aber auch nach Christi Geburt fehlt es nicht an Personenvom stärksten natürlichen Gedächtnisse, z. B. Pico vonMirandola (1493), ein Italiener, konnte wie Seneca2000 ihm nur einmal vorgesagte Wörter sofort ebenfallsvor- und rückwärts wieder hersagen.
Peter von Ravenna, der im 15.Jahrhundert öffent-lich als Lehrer der Gedächtniskunst ausgetreten, rezitierte zuPadua angeblich nicht allein, sobald man ihm die entsprechendenNummern nannte, alle ooäioss, sondern auch die sämt-lichen Predigten, die damals ein Magister Antonius Eremitawährend der Fastenzeit gehalten hatte.
Ein junger Corse, der zu Padua das bürgerlicheRecht studierte, gab wie es heißt dem Antonius Muretuseine diesen sehr überraschende Probe seines Gedächtnisses.„Ich diktierte ihm — erzählt Muret — Wörter aus derlateinischen und griechischen Sprache, auch aus anderen,weniger bekannten, bald mit, bald ohne Bedeutung, so ver-schiedenartig, so unzusammenhängend und in solcher Menge,daß ich vom Diktieren, der Knabe, der sie aufschreiben mußte,vom Schreiben, und die übrigen Anwesenden vom Hörenund Erwarten schon überaus müde waren. Er, allein nochmunter und nicht erschöpft, verlangte anhaltend noch mehr.