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Katechismus der Gedächtniskunst oder Mnemotechnik
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Erster Abschnitt.

Kunst und die Weitläufigkeit, mit welcher die meisten der-selben bei diesem Gegenstände verweilen, alles dieses beweist,daß sie jene Erfindung mit Recht für eine sehr wichtige undnützliche hielten.

1V. Hat kein Schüler des Pythagoras etwas über sie geschrieben?

Ein Fragment des Pythagoräers Mimas lautet demInhalte nach folgendermaßen:Eine der wichtigsten undim gemeinen Leben brauchbarsten Erfindungen ist dieErinnerungskunst, welche sowohl für die Philosophie, alsfür die Wissenschaft überhaupt sehr nützlich ist. Sie bestehtdarin, daß man erstens den Geist sammle und anstrenge,zweitens das Gehörte öfters bei sich selbst wiederhole, unddrittens das Gehörte in Bilder umschaffe, z. B. stattdes Johanniswürmchens setze man Feuer und Glanz, stattder Tapferkeit den Achilles und Mars" re.

11. Besitzen wir noch andere mnemotechnische Schriften ausjener Zeit?

Aus den Worten des Verfassers der Bücher all Ilkrennium:Die meisten Griechen, die über das Gedächtnis schrieben,haben eine große Menge von Bildern angehäuft", geht hervor,daß damals noch mehrere mnemotechnische Abhandlungengriechischer Schriftsteller vorhanden gewesen sein müssen.Außer einer verlorenen Gedächtniskunst des Aristoteles istuns aber keine derselben, auch nur dem Namen nach, bekannt.

12. Was weiß man von Simonides?

Simonides (5L4469 v. Ehr.) war ein griechischerDichter aus Keos, einer der cykladischen Inseln. SeineGedichte machten ihn zum Lieblinge der Könige Pausaniasvon Lakedämon, und Hiero von Syrakus. Begeistert fürVaterland und Heldenmut besang er die großen Ereignisseseiner Zeit (so die Schlachten bei Marathon und Salamis)in Elegien, Epigrammen und Oden. Platon nennt ihneinenweisen und göttlichen Mann". Seiner Gedichte erwähntHoraz (Od. II. 1, IV. 9). Simonides scheint wie aus