Von der Gcdächtiiiskunst überhaupt.
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7. Was wissen wir von der Gcdächtniskunst des Pythagoras?
Einige klassische Stellen sagen darüber im wesentlichen
Folgendes: „Es war den Schülern des Pythagoras nichtgenug, sich überhaupt oder im ganzen der Begebenheiten einesoder mehrerer vorhergegangener Tage zu erinnern, sondernsie bemühten sich, nach dem Rate ihres Meisters, die Spurenderselben in eben der Ordnung zu erneuern, in welcherdie Begebenheiten selbst einander gefolgt waren. Sie besannensich also zum Beispiel, was sie ihren Dienern zuerst, waszweitens, drittens re. sie ihnen befohlen hatten; wem siezuerst, und wem zweitens sie begegneten; welche Gesprächezuerst, welche nach diesen und welche zuletzt geführt wordenwaren. Wenn sie Zeit hatten, gingen sie mit ihren Gedankennicht nur über die Ereignisse eines Tages, sondern mehrererTage zurück" u. s. s.
8. Scheint es aber hiernach nicht, als hätte Pythagoras mehrdie Ausbildung des natürlichen, als die Bildung eines künstlichenGedächtnisses im Auge gehabt?
Dies scheint so, obgleich man nach anderen Andeutungen,in welchen die obigen Vorschriften des Pythagoras auch alseine Pythagoräische „Gedächtniskunst" bezeichnet werden,auf beides zugleich schließen könnte. „Wahrscheinlich",sagt ein bekannter Forscher, „war Pythagoras der Erste,der die großen Vorteile einer periodischen, an gewisse Zeitengebundenen Gedächtnisübung einsah. Gewiß aber war erder Erste, der sie öffentlich empfahl und einer großen Zahlvon Menschen zur Gewohnheit machte, aus welcher er undsie so mannigfaltigen Nutzen zogen, als man einige Jahr-tausende nach ihm kaum glauben wird, daß sie verschaffenkönnte."
9. Legten die Alten dieser Erfindung eine besondere Wichtig-keit bei?
Die Sorgfalt, mit welcher Pythagoras seine Schüler indieser Art von Gedächtniskunst unterrichtete, die Aufmerk-samkeit der alten Schriftsteller auf die Erfindung dieser