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6 (1813) Neues Zeitungs- und Conversations-Lexikon : oder Handwörterbuch für die in der gesellschaftlichen Unterhaltung vorkommenden Gegenstände, mit beständiger Rücksicht auf die Ereignisse der ältern bis auf die neuesten Zeiten. 6 / [T - Z]
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Zwe 48 s

ergab, wurde ehr- und rechtlos, verlor Adel und Ritterzeichen, undwurde oft für vogelfrei erklärt, und seiner Güter durch Eonfiscakionberaubt» und der Kläger mußte in diesem Fall den Richter und Be-klagten eine Geldstrafe erlegen » der Beklagteaber sich der Strafe unterwerfen, die sehr oft in dem Tode bestand. Wenn der Ueberwundeneim Zweikampf blieb, so blieb Ehre, Gut und Adel unversehrt, under erhielt ein anständiges Begräbniß : es ergab sich daher keiner leichteher, als bis ihm die letzte Lebenskraft verließ; und es herrschte da-her die barbarische Gewohnheit, daß der Sieger auf dm Besiegtenkniete , und ihm, wenn er nicht um Gnade flehte, den Lolch inden Leib stieß, damit er seine Ehre nicht überleben möchte. Die besteSchrift über diesen Gegenstand, deren wichtigste Resultate auch hierim Auszug geliefert worden sind, ist Friedrich Maiers Ge-schichte der Ordalien, insbesondere der gerichtli-chen Zweikämpfe inDeutschland, Jena ,795 8.

Zwerchfell» Oiaptrrsgma heißt die fleischerne Scheide-wand zwischen Brust und Unterleib.

Zwergbäume, sind Obstbäume, die durch besondere Wartungso gezogen sind, daß sie keine» Stamm in die Hohe treiben, sondernbald über die Wurzel sich in die Zweige ausbreiten. Daher Zwerg-vbst.

Zwerge. Diese bekannten Abarten von Menschen, welche theilsaus Krankheit, theils aber auch aus andern physischen Ursachen unförm-lich klein sind, haben ehedem zu vielen Fabeleien der Dichter Veranlassunggegeben, dahin z. B. die Pygmäen ist dies. Art.) gehören. Seit uraltenZeiten waren sie, so wie die Hofnarren, ein Gegenstand fürstlicher Prah-lerei und Aufwandes, so daß sie in manchen Zeiten einen Theil desHofstaates ausmachten, und große Herren sich an ihrer komischen Ge-stalt, oder an ihrer Blödsinnigkeit belustigten. Zur Zeit des R i -tcrwesenswar es das eigcnthümliche Geschäft der Zw er ge, vonden Thürmen der üblichen oder fürstlichen Schlösser durch ein Horndas Zeichen zu geben, wenn sich vornehme Ritter oder Damen nah.ten; auch wurden sie wohl zu Pagen und Borhschaftern gebraucht:daher spielten sie auch in den Gedichten der damahligen Romanciersimmer eine bedeutende Rolle. Bei den Römern machte man sogarauS den Zwergen einen Gegenstand des Handels; und dieß gabVeranlassung zu der Grausamkeit, daß öfters sogar Kinder mit Fleißverkrüpelt wurden, um elende Zwerge aus ihnen zu machen. Auch so-gar zu Fechkerspielen wurden Zwerge gebraucht. Kaiser AlexanderEc v er u s schaffte endlich die Zwerge und Zwerginnen ab.An Tükischen und andern orientalischen Höfen hat man, auch solcheZwerge» und zwar wurden diejenigen, welche von Natur stumm,taub, uud überkieß noch verschnitten sind, für die schönsten und be-sten gehalten. Auch in Italien suchte man chemahls eine An Lu-xus darin, viel und hässliche Zwerge zur Bedienung zu haben; undin Russland wurden in der ersten Hälfte des vorigen Zahrhundcrs derZwerge viele gefunden, da man diese kleinen Geschöpfe daselbst miteinander vcrheirathete.