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6 (1813) Neues Zeitungs- und Conversations-Lexikon : oder Handwörterbuch für die in der gesellschaftlichen Unterhaltung vorkommenden Gegenstände, mit beständiger Rücksicht auf die Ereignisse der ältern bis auf die neuesten Zeiten. 6 / [T - Z]
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einst , trotz der hoben Achtung, in welcher er bei den Athenkensern stand,dennoch, weil er die Abgaben in den Schatz zu Athen nicht entrichtenkonnte, inS Gefängniß geschleppt nach Andern gar zum Sclavenverkauft wurde; jedoch machte ihn sogleich Demetrius durchBezahlung der Schuld frei.Ich bezahle Deinem Vater sprach ereinige Lage darauf zu dem Sohn seines Befreiers die mir erzeugteGefälligkeit mit Zinsen; denn ich bin die Ursache, daß ihn nun jeder-mann lobt." Auf dem Lehrstuhl zu Athen lehrte er 25 Jahr , und starbim 82. Jahre. Er nahm übrigens das System des Pytagoras (s.dies. Art.), jedoch im Sinne der späteren Deutung.

LenophaneS, ebenfalls ein berühmter Philosoph und Stifterder Eleatischen Schule, gebürtig aus Kolophon, welcher ungefähr zwi-schen der 3750 Olympiade lebte, ein Zeitgenosse von Pythagoras,Socrares rc. war, und ein Alter von 100 Jahren erreichte. SeineVaterstadt verließ er, entweder von seinen Mitbürgern wegen der Frei-heit seiner Meinungen vertrieben , oder weil er die Persische Herrschaftnicht vertragen konnte, und begab sich nach Sicilien und Groß-Grie-chenland, wo er sein Leben größten Theils zu Elea zubrachte, undbei seinen Mitbürgern einen hohen Grad von Achtung und Ansehengenoß, und in den wichtigsten Angelegenheiten um Rath gefragt wurde.Von ihm, oder vielmehr von seiner Schule zu Elea, hatte denn auchdas neue pH losophische System, dessen Urheber er war, den Nahmendes Eleatischen. Die Meinungen der ältern Jonischen Philoso-phen , wahrscheinlich auch die der Pythagoräer prüfend, blieb er da-bei nicht stehen, sondern stellte neue Untersuchungen über die Naturder Dinge an. Bei seiner reinen Vernunfkidee von der Gottheitmußte ihm die Vielgötterei, und der religiöse Volksglaube, der sich aufdie Sagen der Dichter gründete, sehr lächerlich erscheinen: kein Wun-der daher, daß er darüber spottete; aber wohl war es ein Wunder,daß er diese seine Meinungen ungestraft so laut und freimüthig äus-sern durfte, da ein Sokrates und Anaxagoras die Märterer ihrer demVolksglauben bei weitem nicht so gefährlichen Meinungen wurden. Ererklärte Erde und Wasser für die Principien der Dinge; die Er?e,lehrte er, sey ehedem mit Wasser bedeckt gewesen, wie man auS denVersteinerungen auf Bergen wahrnehmen könne; der Mond sey einBewohnter und angebauter Körper, wie die Erde u. s. w. Leno-phanes ließ überhaupt kein Wissen gelten, sondern sprach nur vonWahrscheinlichkeit, Meinung und Glauben.Kein Mensch so schloßer seine Schrift über die Natur kein Mensch weiß etwas ge-wisses von den Göttern und von dem , was ich über das Welttall sage;auch keiner wird eS wissen. Denn, traf er auch noch so sehr die Wahr-heit, so weiß er doch nicht, daß er sie gefunden hat. Folglich istdas bloße Meinen über alles verhängt."

Lenophon,im Jahr 45" vor Christi Geburt zu Athen in Grie-chenland geboren, ist gleich berühmt und ausgezeichnet als Philosoph,Geschichtschreiber, Staatsmann und Feldherr. Er war ein Schüler desSokrateS, der ihm auch in einer Schlacht einst das Leben rettete.Als die Griechen dem jüngern Cyrus, der sich gegen seinen Bruder,

Tvnv. Lex. Sechster Band. E e