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6 (1813) Neues Zeitungs- und Conversations-Lexikon : oder Handwörterbuch für die in der gesellschaftlichen Unterhaltung vorkommenden Gegenstände, mit beständiger Rücksicht auf die Ereignisse der ältern bis auf die neuesten Zeiten. 6 / [T - Z]
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Seite
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4«6 Wür

Würzburg, am Main, in eine? sehr angenehmen Gegen- ge-legen, mit ungefähr 21,400 Einwohnern, zwar ziemlich groß, aberdoch meisten« mit krummen und winkligen Straßen. Zu den merk-würdigsten Gebäuden gehören das schöne neue Restdcnzfchloß ; die Dom-kirche zu St. Kilian (des Stifters und Schuhpatrons, welcher auchan dem Orte, wo diese Kirche steht, rrmordet wurde); das treffsicheeingerichtete JuliuShospital (eins der schönsten Institute dieser Art).Vielleicht laßt stch auch noch hieher die Stift-Haugs-Kirche (zu St.Johann im Haug) rechnen. weil ffe ein Model der Peterskirche zuRom ist, und vorher an Schönheit, wegen der trefflichen Gefäße, Cru-cifiL rc. von gediegenem Silber, bedeutender sein mochte, als in derneueren Zeit, wo die bayerische Regierung das Mkiste davon hatte«ach München schaffen lassen. Die Festung Marienberg, oderFraoenbcrg, gleich vor der Stadt gelegen, mit einer trefflichenAussicht, ist merkwürdig wegen der sogenannten Leiste (einer gewis-sen Seite des Bergs), wo der berühmte Leisten wein den Nahmen,aber wohl sehr oft nicht seinen Ursprung her hat. Dieser ganz vorzüg-liche ans dieser Seite gebaute Wein, wird eigentlich bloß nur an denHof, nnd etwa ein kleiner Theil an daS Julius Hospital abgeliefert;daher denn auch mancher ehrliche einfache Würzburger, mit dem Nah-men Leistenivein gestempelt, dafür verkauft und getrunken wird. Nichtminder bekannt für de» Wetntriilker ist der Stein wein , welcher aufdem jenem gegenüber liegenden Steinberge wächst. Würzburg zähltauch zu seinen bedeutenden Bildungsanstalten vorzüglich die Univer-sität, welche schon im Jahr -L,-i gestiftet, aber in der neueren Zeitazo.g wieder neu gegründet wurde, und eine ganz neue, von der ge-wöhnlichen Form abweichende Einrichtung erhielt. Auch wurde amr. Jan. 1804 hier für die Lutheraner und Rcformirten zugleich eineprotestantische Kirche errichtet.

Das würhrnde Heer, oder, wie es die Alten nannten,-kis Heer, ist, nach der Mährchcn Welt, ein Haufe Nacht-Gespen-ster, welche, besonders im Thüringischen und ManSfeldischen, zu ge-wissen Zeiten im Felde und Walde unter großem Geschrei und Huo>deg belle umher ziehen sollten, indem sie einen alten Mann mit weis-sem Stabe (den treuen Eckard genannt) an ihrer Spitze hätten; vielewollun Gestalten auf seltsamen Pferden sitzend, mit feurigen Augen rc.dabei gesehen haben. Dieses Heer-Gespenst, dessen Benennung manvon dem alk- n Nordischen Gotte Wodan (s. d. Art.) hergeleitet hak,und das besondrrS zwischen Gotha und Eisenach, dann auch im Eez-gebirgischen Kreise und im Harzwalde seine nächtlichen Promenadenvornehmen sollte, ist ohne Zweifel die Ausgeburt furchtsamer, zaghaf-ter Menschen gewesen, die, durch ganz natürliche Erscheinungen er-schreckt, jene seltsame Dinge zusammengesetzt haben : indessen bat manehedem mit solch einer Gewißheit an diese Spukereien geglaubt, und-ade, erzählt, daß ein ehcmahliger Edelmann, der außerordentlicherJagdliebhaber, aber dabei ein großer Tyrann seiner Unterthanen ge-wesen, nach seinem Tode nun als Poltergeist mit mehreren seiner Euwpa-»cn, dir ein ähnliches Schicksal gehabt »umherziehe, daß das Mährchrn seh»