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14 (1847) Sueven bis Viterbo
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Villele

durch welche er emporgcstiegen, in seiner Politik gehemmt und mußte endlich sogar in denKrieg gegen die span. Constitution willigen. Dieser traurige Sieg der franz. Waffen stürztezwar die Finanzen aufs neue in Zerrüttung, stärkte aber den Einfluß der Ultras und befe-stigte das Ministerium. V. hatte bei den Wahlen für die Sitzung von 1821 seinen ganrenMachtzuwachs aufgeboten, um sich die Kammcrmajorikät zu sichern. Als die Kammer imMarz 182-1 zusammentrat, zählten die Liberalen IN, die Royalisten hingegen-litt Depu-tate, von denen 3V0 unbedingt für den Minister stimmten. Eine Pairsernennung sollte ihmauch das Übergewicht in der ersten Kammer verschaffen. Um dieses unerhört günstige Resul-tat für die Zukunft zu sichern, brachte er ohne Zögern ein Gesetz vor die Kammern, welchesdie siebenjährige Dauer der Wahlkammer (s. SeptennalitLt) einführte und auch ange-nommen wurde. Die völlige Vernichtung der liberalen Opposition war zwar hiermit erreicht,aber V. zog sich bei dem Mangel eines liberalen Gegengewichts sogleich eine von Labourdon»naye geleitete Contreopposttion auf den Hals, die ihn mehr als jeder andere Gegner hinderte.Zur Beschwichtigung der Ultras ging er auf die verlangte Entschädigung der durch die Re-volution beeinträchtigten Emigranten ein. Eine Ncdnction der Renten sollte ihm die Aus-führung des Plans ohne neue Steuern und Schulden ermöglichen. In der Deputirten-kammer, die mit Emigranten angefüllt war, ging das Gesetz durch, nur daß sich Chateau-briand mit seinem Anhänge nicht dafür erklärte, der deshalb auch sein Portefeuille in des Mi-nisterpräsidenten Hände niederlegcn mußte. Bei den Pairs aber wurde der Gesetzentwurfmit großer Stimmenmehrheit verworfen. Die bedeutende Niederlage berührte indessen dieStellung V.'s weniger als die Thronbesteigung Karl's X., im Sept. 1821, mit welcher diezügellose Pfaffenpartei bei Hofe den vollständigen.Sieg davontrug. Wollte V. sein Porte-feuille behalten, so mußte er diesen Wühlern, die auf gänzliche Umkehrung des Staats undder Nation ausgingcn, ein Zugeständniß nach dem andern machen. Daß er dies um denPreis seines Amtes that, gab den Beweis, wie er, bei aller Eeschäftsgewandtheit, nicht denGeist und den Charakter eines wirklichen Staatsmannes besaß. Er duldete, daß das Cabinetdurch entschiedene Ultras reorganistrt wurde. An die Spitze des Kirchenwesens trat als be-sonderer Minister der Bischof Frayssinous, und Geistliche nahmen Sitz im Staatsrathe. DieAusbreitung der Jesuiten über das Land ließ V. nicht nur geschehen, sondern er übernahmauch die Verwaltung der Geldfonds der Kongregation und soll dieselben durch Speculatio-nen, die sich auf di« Regierungsgeheimnisse gründeten, auch vermehrt haben. In der Sitzungvon 1825 brachte D. ein Gesetz durch beide Kammern, nach welchem die Emigranten endlicheine Entschädigung von 100» Mill. erhielten. Auch ein Sacrilegiengesetz kam zu Stande, dasnichts weniger als im Geiste christlicher Milde verfaßt war. Vergebens suchte der Ministerdie öffentliche Meinüng durch Begünstigung der materiellen Interessen, Förderung der Han-dels mit den südamerik. Ländern und einen Handelsvertrag mit Brasilien zu beruhigen.Nach der Krönung des Königs trat die Umwälzungspartei des Hofes noch offener hervor,und auch V. mußte sich zu neuen Schritten bequemen. Er legte den Kammern imJan. 1826einen Entwurf vor, nach welchem, gegen den Charakter und den Buchstaben der Charte, dieErstgeborenen eine Begünstigung im Erbrechte erhielten. In der mit Adel angcfüllten Volks-kammer wurde der Vorschlag auch angenommen; allein die Pairskammer verwarf ihn, ob-schon sie vorher durch eine neue Pairserncnnung um 3 l Mitglieder verstärkt worden war.Diese Niederlagen, die Enthüllungen Montlosier's (s.d.) über die Ausbreitung der Je-suiten und Orden, endlich derscandalvollc ProceßOuvrard's entfesselten denn doch den Zornund den Unwillen des Volks in der Presse. Bei den Wahlen für 1827, die schon für dieMinister nicht günstig ausfielen, suspendirte V. die Preßfreiheit, mußte sie aber nach Eröff-nung der Kammer als ein verfassungsmäßiges Recht wiederherstellcn. Dagegen brachte er«inen Preßgesetzcntwurf ein, den er mit seinen College» als ein Gesetz der Liebe und Gerech-tigkeit bezeichnetc, der aber einen wahrhaft Drakonischen Charakter verrieth. Auch dieser Ent-wurf scheiterte an dem Widerstande der Pairskammer, die ihn so verstümmelte, daß ihn V.zurücknehmen mußte. Als der König am 29. Apr. 1827 über die pariser NationalgardeRevue hielt, erhob sich aus den Bataillons der Ruf:Nieder mit den Ministern!" Die De-monstration bewog das Ministerium zur Auflösung der Nationalgarde, wodurch es den HaffdeS Volks unermeßlich steigerte. Desgleichen sprach V. die Auflösung der Kammer au§