Dillars (Abbe de Montfaucon de) Dillars (Louis Hector, Herz, v.) 725
trico cultu demonstrstia" (Dubl. 1831). Eine Auswahl seiner „? 06 SISS eseogidas"erschien zu London 1833. — Sein Bruder und Leidensgefährte Don Jaime V., gcb.zu San-Felipe 1765, früher Dominicaner, dann säcularisirter Priester, theilte mit ihm dieVerbannung und starb zu London am I -1. Nov. 1 82 - 1 . Auch er gehörte unter die gelehr-testen Theologen Spaniens. Bekannt ist sein Werk „Visge literario s Iss iglesiss de Ls-;>sns" (io Bde. , Madr. >803—21), zu dessen fünf ersten Bänden sein Bruder JoaquinLorenzo Erläuterungen und Anmerkungen lieferte.
Dillars (Abbe de Mon tfa u co n de), franz. Schriftsteller, geb. >635 bei Toulouse,widmete sich dem geistlichen Stande, und kam 1667 nach Paris, um hier durch seine Predig-ten sein Glück zu machen. Sein lebhafter Geist verschaffte ihm bald Zutritt zu den besten Ge-sellschaften. Er schrieb 1670 die,,ba>1retiens <Iu cnmts de dsbslis", worin er mit feinerIronie und in kunstreichem Stile sich über die damals vielbesprochenen geheimen Wissen-schaften, Magie, Rosenkreuzerei u. s. w. unterhält, die aber von seinen geistlichen Oberenso übel ausgenommen wurden, daß man ihm die Kanzel untersagte. Seine übrigen Arbeitensind vergessen. Auf einer Reise nach Lyon wurde er >673 ermordet. Lange Zahre nachseinem Tode kamen sieben neue „Lmtretiens kur Iss Sciences secretes" (Par. 1715) her-aus, die eine witzige Satire auf die Cartcsianische Philosophie sind.
Dillars (Louis Hector, Herzog von), der letzte große Feldherr Ludwig's XIV., Pairund Marschall von Frankreich, wurde 1653 zu Moulins geboren. Sein Vater, der Mar-quis deD., hatte sich als General und Diplomat ausgezeichnet, lebte aber langem derUngnade des Hofs. Der junge V. trat bei Hofe als Page ein, diente als Cavalerieoffizierunter Turenne, Conde und dem Herzoge von Luxemburg und erregte 1673 bei der Belage-rung von Mastricht durch seine Kühnheit ganz besonders die Aufmerksamkeit Ludwig's XIV.Nachdem er 1690 den Grad eines Maröchal-de-Camp erhalten, schickte ihn der König alsGesandten zur Verhandlung der span. Erbfolge an den Hof nach Wien. Beim Ausbruchdes span. Erbfolgekriegs kämpfte V. im Feldzuge von 1701 mit großer Auszeichnung beimHeere in Italien. Nach der Einnahme von Landau durch die Verbündeten mußte er imSommer > 702 mit einer selbständigen Armee zur Unterstützung des Kurfürsten von Daiernan den Rhein gehen. Er lieferte am I 4.Oct. >702 den kaiserlichen und Reichstruppen unterdem Prinzen Ludwig von Baden, der seine Vereinigung mit dem Kurfürsten zu hindernsuchte, das Treffen bei Friedlingen, in dem er sich den Marschallstab verdiente. Doch konnteer seinen Zweck wegen Überlegenheit des Feindes nicht verfolgen. Im Frühjahre 1703 drangV. durch den Schwarzwald und das Kinzinger Thal bis nach Duttlingcn vor, wo er am12. Mai endlich die Verbindung mit dem Kurfürsten herstcllte. Während Letzterer die Ex-pedition nach Tirol unternahm, blieb V. zur Deckung Baierns zurück. Zm August ver-einigte sich der Kurfürst abermals mit ihm, und Beide kamen nach der Besetzung vonAugsburg durch den Prinzen von Baden so ins Gedränge, daß sie sich am 20. Sept. zu demTreffen bei Höchstädt entschlossen, in welchem die Kaiserlichen unter Styrum in die Fluchtgeschlagen wurden. Trotz dieses Sieges setzte der Kurfürst die Zurückberufung V.'s durch.LudwigXIV. übertrug ihm nun die Unterwerfung dcrCamisarden in den Cevennen(s. d.),die er weniger durch Waffengewalt als durch den Abschluß eines Friedens 1704 zu Standebrachte. Im I. > 706 befehligte V. abermals in Deutschland. Er nöthigte im Mai denPrinzen von Baden, das Lager bei Drusenheim zu verlassen, eroberte Hanau und trieb denPrinzen über den Rhein zurück. Im Feldzuge von 1707 überwältigte er am 23. Mai dieLinien bei Bühl und Stollhofen; dann zog er den weichenden Reichstruppen nach underschöpfte Schwaben und Franken durch Brandschatzungen. Nachdem er bis Gmünd vor-gedrungcn, mußte er sich vor dem verstärkten deutschen Heere erst nach Bruchsal und imAug. nach Nastadt hinter die Murg zurückzichen. Bei der geringen Macht, die ihm zuGebote stand, konnte er nichts Bedeutendes mehr vornehmen. Der König schickte ihn 1708zur Armee der Dauphine, an deren Spitze er in Piemont cindrang. Im Feldzuge von1709, als die Sache Ludwig's XIV. dem größten Verfalle nahe, übernahm V. den Befehlüber das 120000 M. starke Heer in den Niederlanden, wo Eugen und Marlborough miteinem Übergewicht von 10000 M. seine Gegner waren. Um die Festung MonS zu entsetzen,nahm er eine vvrtheilhafte Stellung beim Dorfe Malplaquet. Hier kam es zu einer sechs-