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14 (1847) Sueven bis Viterbo
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600 Dellejus Patercnlus Velletri ^

nebst einem Siegelring mit kufischcr Inschrift, aufgefundcn zu haben, und wußte sich dadurch >sogar die Gunst deS Königs von Neapel zu verschaffen. Wirklich erschien auch der „Codioe«liplarnstieo dl Sicilia", arabisch mit ital. Übersetzung (Bd. I, 1791, 1.) und einige Jahrenachher der erste Band des Livius. Allein sehr bald wurde durch die Untersuchungen Jos.Hager's (s. d.) und Tychsen's der ganze Fund als eine elende Mystifikation dargcthan,wobei sich herausstellte, daß das Arabische in beiden Werken nicht die frühere Schriftsprache,sondern die in Malta übliche verdorbene Mundart war, und daß die angeblichen Bücher desLivius nur einen dürftigen Auszug aus den bereits vorhandenen Quellen enthielten. V. selbstsoll im Eefängniß sein Leben geendet haben; doch ist noch jetzt über diese ganze Begebenheitein großes Dunkel verbreitet.

Vellejus Patercültts, ein röm. Geschichtschreiber zwischen 29v.Chr.— 31 n.Chr.,stammte aus einer angesehenen Familie in Campanien, trat frühzeitig in Kriegsdienste,durchzog später als Befehlshaber derNeiterei mitTiberiuß Germanien und die Donanländer jund wurde nach dessen Rückkehr zum Pra'tor in Nom ernannt. Ob er, in die Verschwörung tdes Sejanus (s. d.) verwickelt, mit diesem zugleich seinen Untergang gefunden habe, bleibtbei dem Mangel an zuverlässigen Nachrichten völlig unentschieden. In seiner „bli-Nori» jromana"in zweiBüchern, die aber gleich zu Anfang, sowie an einigen andern Stellen lücken- i

Haft ist, gibt er einen allgemeinen Abriß der röm. Geschichte von der Ankunft des Äncas in 1

Italien bis zum I. 39 n. Chr., jedoch mit besonderer Berücksichtigung der für Nom wich-tigsten Ereignisse. Der Ausdruck darin ist bündig und edel gehalten, die Darstellungempfiehlt sich durch Anmuth, Lebendigkeit und eine reiche, zuweilen fast dichterische Färbung.Übrigens läßt sich eine sorgfältige Benutzung der Quellen und das aufrichtige Streben nach 'Wahrheit nicht verkennen, obwol Einige eine Kriecherei gegen Tiberius entdecken wollten, dieunter den damaligen Verhältnissen wenigstens Entschuldigung, wenn auch nicht Rechtfertigungverdient. Das Werk selbst machte zuerst Beatus Rhenanus aus einer einzigen Handschriftdes Klosters Murbach im Elsaß bekannt (Bas. 1729), die später aber spurlos verschwand,bis > 833 durch K. Orelli eine angebliche Abschrift dieses Codex zur Kcnntuiß des Publicums ^

gelangte, welche der gelehrte Bonifacius Amerbach zu Anfang des 16. Jahrh. zu Basel j

machte. Aufjenen ersten, vielleicht fehlerhaften Abdruck der murbacher Handschrift durch >

Rhenanus und die in neuerer Zeit entdeckte sogenannte Amerbachssche Abschrift stützt sich diejetzige Kritik des allerdings sehr entstellten Textes. Vgl. Fechter, „Die Amerbach'sche Ab-schrift des V. und ihr Verhältniß zum murbacher Codex und zur oditia ,»iuce,>s" (Bas.1844). Unter den frühern Ausgaben erwähnen wir als die vorzüglichsten die von J.Lipsius ^(Leyd. >591; Antw. >609 und 1697), N. Heinsius (Amst. 1678), Hudson (Oxf. >693und 1711), P. Burmann (Leyd. 1719; 2.A»sg., 2 Bde., >711), Nuhnken (2 Bde.,

Leyd. 1779; vermehrter Abdruck von Frotscher, Bd. 1, Lpz. 1839) und Krause (Lpz. 1899);unter den spätern, nach Bekanntmachung der Amerbach'schcn Absebrift, die von Orelli (Zür.1835), Kreyßig (Mciß. >836), Bothe (Zür. ,837) und Krih (Lpz. >849). Trefflichedeutsche Übersetzungen lieferten F. Jacobs (Lp:. 1793) und Strombcck (Braunschw. 1826),zuletzt Gotte (Stutkg. 1833). Vgl. Herel, „Über die röm. Geschichte des V." (Erf. >791);Morgenstern, „De 6,Ie bistnrica Volles! Uatovenli, imprimis de adnlationo ei obsecta"(Dan;. >798, 4.), welche Abhandlung auch in die Ausgaben von Krause und Frotscher sübergegangen ist, und Sauppe, „Über Vellejus P." im „Schweizer. Museum für historischeWissenschaften" (1837). ' !

Velletri, eine Stadt im Kirchenstaat mit 10999 E-, 25 Millien von Nom an der !Appischen Straße gelegen, ist der Hauptort,einer Lcgakion, welche jedesmal durch den Bischof,der zugleich Cardinaldekan und Bischof von Ostia ist, verwaltet wird. V el i tr ä, wie es imAlterthume hieß, war eine der wichtigsten Städte der Volsker, deren Bergland hier beginnt;nach dem Sturze des Latinerbundes verlor sie ihre Unabhängigkeit. In den letzten Zeitendes Römerreichs hatte sie in den Gothen- und Longobardenkriegen viel zu leiden; dann kam ,sie unter die Herrschaft der tusculanischen Grafen und endlich unmittelbar unter die der !Päpste. Im 1. 1744 fiel hier das nicht unwichtige Gefecht vor, in welchem König Karl lll.dieKaiserlichen schlug, und welches Neapels Schicksal zu Gunsten des Hauses Bourbon ent-schied. Die Stadt hat wenig Bedeutendes aufzuweisen, wenn man die Domkirche San-