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Friedrichsgymnasium. Von 1707 an studirte er zu Frankfurt an derOder die Rechte; dannwurde er Auscultator, 1804 Stadtgcrichtsdirector zu Winzig, 1814 Assessor bei dem Stadt-gerichte in Breslau, welche Stelle er wegen zu vieler Arbeit und wegen Krankheit niederlegtc,und 1818 Stadtrichtcr in Zobten. Im Äpr. >82:; kehrte er als Justizcommissair nachBreslau zurück, wo er am ll.Apr. >82-1 starb. Bereits seit >800 erschienen von ihm inZeitschriften Gedichte und kleine Erzählungen; auch arbeitete er für das Theater, unter Andern„Die böhmischen Amazonen". Mit größer» Erzählungen trat er seit 1817 zuerst in der„Abendzeitung" hervor. Die erste Sammlung seiner Erzählungen sind die „Erzstufen"(3 Bdc.); ihnen folgten außer vielen andern „Die Eroberung von Mexico", „Die Lichten-steiner", „ArwcdGyllenstierna", „Der böhmische Mägdckrieg", „Christine und ihr Hof" und„Die Gesandtschaftsreise nach China". Man hat V. mit Unrecht den deutschen WalterScott genannt, denn abgesehen von der künstlerischen Überlegenheit des Schotten, ist beidiesem der Roman größtentheils nurNebensache, bei V.Hauptzweck. Jener benutzte roman-tische Lebensverhältuisse zur Belebung seiner Zeitgemälde; dieser brauchte das Zeitbild nurals Hintergrund, um seine erdichteten Personen und deren romantische Verhältnisse in ein be-deutsames Licht zu stellen. V. sammelte den Stoff zu seinen Romanen kaum zur Hälfte imVaterlands; bei den übrigen, deren Schauplatz fast auf der ganzen Erde zerstreut ist, wußteer die Localfarbcn mit ziemlicher Treue wiederzugebcn, Denk- und Handlungsweise in dengewählten Ort- und Zeitverhältnisscn künstlerisch auszumalen und seine Charaktere gut zuindividualisiren, doch haben seine Romane alle nur ein stoffliches Interesse und deshalb keinenkiefern, bleibenden Werth. Seine „Sämmtlichen Werke mit des Verfassers Lebensbe-schreibung und mit Anmerkungen" gaben Böttiger und Theod. Hell (2 7 Bde., Drcsd.1824 fg. und 27 Bde., 1830—32) heraus.
Veldeke (Heinr. von), ein mittelhochdeutscher Dichter, adeligen Standes, ausNiederdeutschland, vermutlich aus Westfalen gebürtig, dichtete, außer Minncliedcrn, nacheinem franz. Gedicht, nicht nach dem lat. Virgil, seine „Eneide", die er am klever Hofebegann, am Hofe des thüringer Landgrafen Hermann gegen daS I. 1188 vollendete, unddie bis jetzt nur nach einer ziemlich jungen Handschrift in Müller s „Sammlung deutscherGedichte" (Bd. I, Bcrl. 1782 fg.) abgedruckt ist. An dichterischer Kraft und Ausbildungvon manchem spätem Dichter seiner Zeit, namentlich von Hartmann von Aue, Wolframvon Eschenbach, Gottfried von Strasburg weit übcrkrofsen, nimmt er dennoch in der Ge-schichte der deutschen Poesie des Mittelalters eine bedeutende Stelle ein, weil er, wie seinespätem Zeitgenossen, die ihn als den Gründer der höfischen Kunst feierten, selbst aner-kannten, der Erste ist, in dessen Werken sich die Eigenthümlichkeit der mittelhochdeutschenritterlichen Kunstpoesie, sowol was die sprachliche und metrische Form, als was die Behand-lung des Inhalts anlangt, im Liede wie im Epos, in welches er die Minne als bedeutsamwirkendes Motiv zuerst einsührte, bestimmt und entschieden ausgeprägt findet.
Veldenz, ein Marktflecken im östlichen Theilc des preuß. Regierungsbezirks Trier inder Rheinprovinz unweit der Mosel gelegen, hat nicht unwichtige Blei-, Eisen - und Stein-kohlengruben und 800 E., und war der Hauptort des ehemaligen Fürstenthums Vel-denz im Oberrheinischen Kreise. Die Grafschaft Veldenz, seit dem 11. Jahrh. unterGrafen aus einem adeligen Geschlechts des Nahegaues, die bei den Bischöfen von Verdunzu Lehn gingen, kam 1433 durch Vermählung Anna's, der Erbtochter des letzten Grafenvon V., mit dem Herzoge Stephan zu Simmern an diesen, der mit Bewilligung seinesSchwiegervaters diese Grafschaft nebst Zweibrücken seinem Sohne Ludwig dem Schwarzenabtrat, worauf dieselbe, nachdem hierdurch eine besondere Pfalz-Veldenzische Linieentstand, zu einem Fürstenthume erhoben wurde. Als jedoch im J. 1604 diese Linie mitHerzog Leopold Ludwig ausstarb, fiel das Fürstenthum V. mit Lautereck an Kurpfalz. ImI. 1801 kam es an Frankreich und zwar zu dem Saardepartement, und durch den wienerKongreß der größere Thcil an Baiern, welches denselben zum Kreise Pfalz schlug, der ander Mosel gelegene mit dem Orte V. an Preußen. Von der in der Nähe des MarktfleckensV. gelegenen alten Burg Veldenz, die im Dreißigjährigen Kriege zerstört wurde, sind nurnoch wenige Ruinen vorhanden.
Veldten (Jurij Matwejewitsch), russ. Hofarchitekt unter der Kaiserin Katharina ll..