Bega (Lope Felix de Bega Carpio) 593
er einige Zeit in Salainanca studirt zn haben. Er wurde Baccalaureus und wollte in dengeistlichen Stand treten, als er, durch ein Liebesverhältniß veranlaßt, plötzlich seinen Ent-schluß aufgab. Im I. >582 nahm er wieder auf kurze Zeit Kriegsdienste und wol wäh-rend desselben schrieb er sein reizendes Gedicht „La llermosura de Vrigelios", die glück-lichste Nachahmung des Ariost, das jedoch erst 1662 gedruckt wurde. In demselben Jahr«erschien sein Schäserroman „Arkadien". Noch vor > 588 wurde er, entweder durch die Rach,sucht einer verlassenen Geliebten oder Schulden halber ins Gefängniß gesetzt, woraus er mitseinem Freunde Claudio Conde nach Valencia entfloh und sich dann mit ihm nach Lissabonbegab, wo sie beide auf der Armada, die Philipp II. gegen England schickte, Dienste nahmen.Mit den Resten der Flotte nach Spanien zurückgekehrt, ging er dann wieder nach Madrid.Ei» unglücklicher Zweikampf nöthigte ihn aber, sich zu flüchten. Er hielt sich nun theils inItalien, theils in Valencia auf, wo damals die Bühne im höchsten Flor stand. Erst um 1595durfte er nach Madrid zurückkehren, wo nun für ihn ein ruhigeresLeben begann. Durch Un-glücksfälle in seiner Familie gebeugt, wurde er Priester und l 6 > I in die Orden tercera deSheil. Franciscus ausgenommen. MitLope's Eintritt in den geistlichen Stand begann die glän-zendste Zeit seines Lebens. Sein Dichterruhm stieg von Stufe zu Stufe bis zur höchsten Höhe;die Nation vergötterte ihn. Doch fehlte es ihm auch nicht an Neidern, besonders unter seinenKunstgenossen, von denen der namhafteste Göngora (s. d.) war. Im I. 1618 wurdeer zum apostolischen Protonotar beim Erzbisthum Toledo ernannt. Seine außerordent-liehe Produktivität scheint mit de» Jahren eher zu als abgenommen zu haben. Als Phi-lipp I V. 1621 den span. Thron bestieg, fand er Lope im Besitz einer unbegrenzten Autoritätüber Schauspieler und Publicum, und auch er beeilte sich, dem Dichter seine Aufmerksamkeitund Gunst zuzuwenden. In dieser Zeit schrieb Lope unter dem Namen Gabriel Padocopeo„Selbstgespräche mit Gott" („Solling,>ios L Oios"), die, obschon ganz ascetischen Inhalts,ebenso viel Ruf und Beifall fanden wie seine andern Producte. Im I. > 625 veröffentlichteer die „Onroiii, trügicu", ein historisches Gedicht zur Ehrenrettung der Maria Stuart, fürdessen Dedication an Papst Urban VIII. er zum Ritter des Johannitcrvrdens ernannt wurde.Er starb zu Madrid am 21. Aug. 1635. Sein Schüler MontaIvan (s.d.) setzte ihm einEhrendenkmal durch die „Lama postbiima ä la viil» ^ muerte de Lope de V." (Madr.1636). Die Fruchtbarkeit des Lope ist zum Sprüchwort geworden und alle seine Zeit-genossen drücken ihre Verwunderung über die Menge seiner Werke aus. Man hat vonihm zwei Epopöen, die „Vugelica" und „Laäerusslen conyuistada"; fünf mythologischeGedichte, „Oirce", „Andromeda", Lbilomela", „Orleo" und „Lrossrpiria"; vier grö-ßere historische Gedichte, „8an-Isidr<>", „La Dragontea", „I.» cvrvna trügica" und„La virgen de >a ^Imudena"; ein komisches Heldengedicht unter dem Namen des Tomede Burguillos, „La Oatomaquia"; mehre beschreibende und didaktische Gedichte, wie„La descrijicion de la lapada", „LI Lsurel de „La üladalena", „LI nuevo
arte de bscer comediag"; eine Unzahl von Sonetten, Romanzen, Oden, Elegien, Epistelnu. s. w.; mehre Werke theils in Versen, theils in Prosa, und acht Novellen in Prosa, welcheWerke insgcsammt in der bei Sancha erschienenen Auswahl seiner Schriften (21 Bde.,Madr. 1556—79, 4.) enthalten sind. Doch nicht darin, sondern in seinen Komödien bestehtsein Hauptruhm; bis zum I. 1632, wo er aufhörte, für die Bühne zu schreiben, hat er über1500 Comedias und eine bedeutende Anzahl von Autos, Loas und Entremescs verfaßt, dochist nur ein kleiner Theil derselben (ungefähr 326) in der Sammlung seiner „Oomedias"(28 Bde., Madr. 1664—45) im Druck erschienen. Nur wenige seiner Comedias haben sichin Einzeldrucken, andern allgemeinen Sammlungen oder wenigstens noch handschriftlich, wiein der Bibliothek des Herzogs von Osuna, erhalten; die Mehrzahl scheint verloren gegan-gen zu sein. Und doch ist V., der gleich Shakspeare noch ganz im volksthümlichen Lebenseiner Nation wurzelte und zugleich das durch ihre politische Größe gesteigerte Selbstbewußt-sein damit verband, nicht nur der eigentliche Gründer der span. Nationalbühne, sondern einerder größten dramatischen Dichter aller Zeiten. Denn wenn man die fast unglaubliche Frucht-barkeit und Schnelligkeit V.'s anstaunen muß, so steigert sich noch die Bewunderung durchdie Menge des wahrhaft Ausgezeichneten und Vollendeten unter seinen Produktionen, dirEonv.-Lex. Neunte Ausl. XIV. 38