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sehr bald bemerken, daß Abd-el-Kader den an der Tafna geschloffenen Vertrag nicht zubeachten, sondern den Kampf zu erneuern gedachte. Zur Einschüchterung der übelgesinntenAraberstämme unternahm er deshalb im Oct. 1839, in Begleitung des Herzogs von Or-leans, einen Streifzug von Konstantine aus bis an den Engpaß der sogenannten eisernenThore. Während dieser Expedition brachen zahlreiche Araberhorden in die Metidschaebeneein, hieben einzelne Detachements nieder, zerstörten die Niederlassungen und die Erntenund versetzten die ganze Regentschaft in Verwirrung. Jm Nov. erschien sogar Abd-el-Kaderselbst in der Metidscha, und einer seiner Befehlshaber warf sich in die Provinz Oran. Jetzterst bereitete sich V. eiligst zum ernsten Kampfe vor, verstärkte seine Streitmacht auf 60000 M.und eröffnet? in den ersten Tagen des Dec. 1839 den Feldzug. Erschlug zwar das Heer desEmirs am 31. unweit Blidah, vermochte aber bei unzureichenden Mitteln keinen Vortheilaus seinem Siege zu ziehen. Nachdem der Winter unter einer Menge kleiner Gefechte ver-strichen, begann V. abermals den Kampf im Frühjahr 1830. Ein Corps von 12000 M.brach im März gegen Scherschel auf und nahm den Ort in Besitz; 26000 M. züchtigtenden Stamm der Haraktas. Am 27. Apr. setzte sich V., von den Herzogen von Orleansund Aumale begleitet, von Blidah aus mit dem 15000 M. starken Hauptcorps in Bewe-gung, überschritt bis zum 12. Mai den Atlas und besetzte Medeah. Seit dem 20. Maizog er über den Atlas zurück und traf schon gegen Ende des Monats in Algier ein. Ungeach-tet er den Feind bei jeder Begegnung geschlagen, blieben doch die Erfolge der Expedition nurgering. Die Streitmittel des Marschalls waren ungenügend, und außerdem zersplitterte erseine Kräfte und opferte nicht selten die Truppen aus Eigensinn. Auch hinderten ihn amenergischen Vordringen die Einfälle zahlloser Araber- und Kabylenschwärme in die Mcti-dschah, die sogar bis unter die Mauern von Algier streiften. Um die allgemeine Unzufrieden-heit zu beschwichtigen, rückte er in den ersten Tagen des Juni wieder ins Feld und besetzte am8. das von Abd-el-Kader verheerte Miliana. Seine Anstrengungen gingen nun dahin, dasLand von den umherschweifenden Horden zu reinigen. Aber auch dies gelang nicht völlig,weil er in Folge der europ. Verwickelungen den einen Theil seiner Truppen zur Besetzungder Küsten verwenden mußte. Nach dem Rücktritte Thiers' und der Bildung des Ministe-riums vom 29. Oct. 18-10 wurde V. im Dec. von dem Schauplatze, auf dem er wenig glück-lichgewesen, abgerufen und durch den General Bu g ea ud (s. d.) ersetzt. Seitdem beschränkteer seine öffentliche Thätigkeit auf die Pairska-mmer. Er starb zu Paris am 16. Aug. 1818.
Valeiisay, Stadt im franz. Departement der Jndre, am Nahon, mit etwa 3000 E.und einem schönen, dem Fürsten Tallcyrand gehörigen Schlosse, aufwelchem von 1808—13Ferdinand VII. von Spanien mit seiner Familie von Napoleon gefangen gehalten wurde undam II. Dec. 1813 den bekannten Vertrag schloß, nach welchem er gegen das Versprechender Vertreibung der Engländer von span. Boden seine Freiheit wieder erhielt. Im 1.1829wurde V. für Tallcyrand, der sich hier oft aufhielt, zum Herzogthum erhoben.
Balence , die Hauptstadt des franz. Dröme-Departements, ehemals Hauptstadt derDelphinatischen Landschaft Valentinois, auf und an einem Felsenhügel am linken Ufer derRhone gelegen, ist der Sitz eines Bischofs, einer Gesellschaft des Ackerbaues, Handels undder Künste und zählt 11000 E., die vorzüglich mit Fabrikation von Baumwollen - und Sci-dcnwaaren und vom Handel mit Häuten, Wolle, Wein und E>l sich nähren. Die Stadt, eineder ältesten Frankreichs, ist schlecht gebaut, hat enge, krumme Straßen und ist noch mitMauern und Wällen umgeben. Sic hat ein College, eine Handwerks- und Artillerieschule,eine öffentliche Bibliothek und elf Kirchen, darunter die Kathedrale mit dem schonen Denk-male von Canova für PapstPius Vl., welcher >798 und 1799 hier gefangen saß und starb.
Valencia, ein zu Spanien gehöriges Königreich von 361V- OM-, begreift den schma-len Küstenstrich, welcher südlich von Catalonien bis nach Murcia sich hinzieht und im Westenvon Südaragonien und Neucastilien begrenzt, den Ostabfall des Plateaus von Jnnerspanienzum Mittelländischen Meere bildet. (S. Spanien.) Das Land besteht demnach in seinemMittlern Theile aus der schmalen Ebene am Mittelländischen Meer, dessen Küste hier sandig,niedrig, hafenarm, aber lagunenreich ist, und den Gebirgsausläufern, in welchen sich derOstkamm des span. Plateaus ostwärts abdacht, und die, im Norden und Süden des Lan-des bis ans Meer hinanttetend, diese Theile desselben sowie das ganze Innere auf seiner