92 Tambour Tamburin
und süßer und muß mit Zucker aufbewahrt werden; das ostindische und levantische dagegenist schwärzer, trockener und sauerer und hält sich lange, ohne daß man Zucker zuzumischcnbraucht. Zn neuerer Zeit hat sich der Handel damit wie die Anwendung desselben sehr ver-mindert. In vielen Krankheiten thut Pflaumenmus dieselben Dienste.
Tambour heißt derjenige Soldat, welcher die Trommel schlägt oder das Spiel rührt;er wird zu den Spielleuten gerechnet, welche zwischen dem Unteroffizier und dem Gemeinenrangiren. Die Bataillons- und Negimentstamboure üben die Tamboure der Com-pagnien ein und sorgen für ein stets gleichmäßiges Tempo beim Schlagen der Märsche, weilder weit tönende Trommelschlag nicht blos zu Signalen dient, sondern vorzüglich auch beimMarschircn den Takt angibt. — Tambour nennt man auch einen mit Pallisaden um-gebenen Raum, welcher entweder vor dem Eingänge eines Festungswerks liegt und mit einem,auch aus starken Hölzern gezimmerten Thorwege versehen ist, oder an den Flügeln, auch wolin der Mitte einer langen Pallisadenreihe angelegt wird, um eine Seitenvertheidigung durchFlintenfeuer zu erhalten, weshalb Einschnitte an den Seiten der Pallisaden angebrachtwerden, die als Schießscharten dienen. Man deckt auch zuweilen den Tambour durch einenvor ihm ausgehobenen Graben.
Tambow, ein 1202 lüM. großes, völlig flaches, zumTheil von Steppen durchzogenesGouvernement des curop. Rußland, wird gegen Norden von den Gouvernements Wladimirund Nischni-Nowgorod, gegen Osten von Pensa und Saratow, gegen Süden von Woroneschund gegen Westen von Orel, Tula und Rjäsan begrenzt. In der nördlichen Hälfte ist der Bo-den sandig, sumpfig und an den Flüssen Oka und Mokscha mit großen Waldungen bedeckt, inder südlichen aber fruchtbar. DieSteppen finden sich im Osten. Wegen der trefflichen Wiesen-undWeideplätze ist dieViehzucht höchst bedeutend. DerAckerbau ist nur in einigen Districtensehr einträglich, und deshalb wird Getreide häufiger ein- als ausgeführt. Die vorzüglichstenAusfuhrproducte sind Vieh, Talg, Honig und Wachs und einheimische Fabrikate, besondersaus Eisen. Das Fabrikwescn hat sich in neuerer Zeit sehr gehoben; man zählt gegenwärtigmehr als 180Fabrikcn mit 1000»Arbeiter». Besonders zahlreich find die Seifensiedereien;außerdem bestehen etwa 20 Tuchmanufacturen und 15 Schmieden und Schmclzhütkcn,darunter die berühmte kaiserliche Eisenhütte und Stückgießerei zu Lipezk. Die Zahl der Ein-wohner beläuft sich auf 1,591700. Die Hauptstadt Tamb o w hat > 2986 E. Unter denGebäuden zeichnen sich aus das von Paul l. erbaute Zucht- und Arbeitshaus, das Adels-collegium, das Gymnafialgebäude, das Priesterscminar und das schöne Mönchskloster.Gärten und Birkenalleen, und einige ansehnliche steincrneBrücken tragen zur Verschönerungder schon an sich regelmäßig und freundlich gebauten Stadt bei. Auch gibt cs eine sehr um-fangreiche kaiserliche Alaun- und Vitriolfabrik in T., wo überhaupt ein ansehnlicher Verkehrstattfindet. Bedeutender ist dieser Verkehr noch in den Kreisstädten Lipezk, wo sich eine sehrberühmte Badeanstalt befindet, und Lebcdjän, am Don, wo jährlich ein berühmter Marktabgehalten wird. Bedeutend sind auch die Städte Morschansk und Koslvw, welche letzterean Einwohnerzahl selbst die Gouvernementsstadt hinter sich läßt, da sie gegenwärtig mehrals 20400 E. zählt.
Tambröm (Clotilde), eine der gelehrtesten Frauen ihrer Zeit, geb. zu Bologna >758,zeigte früh schon großeHinneigung zu ernsten Studien, namentlich zur altclassischen Literatur,während sie sich auch durch poetisches Talent auszeichnete. Im I. l 7 94 berief sie der Senatvon Bologna auf den Lehrstuhl der griech. Sprache an die Universität; doch verlor sie den-selben während der politischen Wirren des J. 1798, worauf sie eine Reise nach Spanienunternahm. Bei ihrer Rückkehr ließ Bonaparte sie wieder in das Album der Universität zuBologna eintragen. Als später der Lehrstuhl der griech. Sprache aufgehoben wurde, zogsie sich in die Einsamkeit zurück. Außer dem Griechischen verstand sie noch Lateinisch, Fran-zösisch, Englisch und Spanisch. Charakter und Lebenswandel wurden an ihr nicht mindergerühmt als die Kenntnisse. Sie starb am 4. Juni 1817. Von ihren zahlreichen Hand-schriften sind nur wenige poetische Arbeiten nach griech. Mustern gedruckt.
Tamburin oder Handpauke, eines der ältesten musikalischen Instrumente, bestehtaus einem Reif, welcher mit einer Haut bespannt und ringsum mit kleinen Schellen besehtist. Besonders beliebt ist das etwas größer gebaute Tamburin in Biscaya flI'ambour äe