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lilie (Lrinum asiatim»»). Erst unter der Erde erhalten sie jedoch die eigentlich zwiebelartigeBeschaffenheit. Die zwischen den Häuten und Schuppen sich erzeugenden neue» Zwiebel-chen, die sich erst nach dein Absicrbeu der Muttcrzwiebel vollständig ausbilden und trennen,nennt inan Brukzwiebeln, auch wol Zehen. Außer Ttärkmehl, Schleim und Kleberenthalten manche Zwiebeln cizcnthümlich scharfe Stoffe, ätherische Öle und Harze. DieGattung Lauch (Milium), zu welcher der Knoblauch (Xlliniu sativum), derPorre (s. d.),der Schnit klauch (s. d.), die Schalotken (s. d.), die gemeine und die Winterzwiebel ge-hören, enthält in den Zwiebeln und in den übrigen Theilen den scharfen Stoff, welcher ihnenden gewürzhafre:: Geschmack gibt. Die gemeine Zwiebel (.51>i»,n Opa) wächst im Mor-genlande wild. Man hat von derselben in Hinsicht der Gestalt und Farbe verschiedene Ab-änderungen, B. die runde, fast weiße ägyptische; die xlattrunde, weiße und rothe spa-nische; die blaßroche und gelbe, ovale strasburger; die holländ-, braunschweig., bamberger,seeländ., erfurter, die kleine weiße siorcntinische Zwiebel. Die Wintcrzwiebel (.41!'»»»listulosuni), mit kleiner, rother, weißer oder gelblicher länglicher Wurzel, stammt aus Sibi-rien. Die Zwiebel ist eine sehr wichtige Gemüsepflanze, die nicht nur in Gärten, sondernauch im freien Felde angebaut wird. Die Zwiebeln mchrer Arten der Gattung Na re isse(s. d.) haben kräftige, brechenerregendc Eigenschaften. (S. auch Meerzwiebel.)
Zwietajew (SewerinAlerjewitsch), cm berühmterjuristischer Schriftsteller Rußlands,wurde >777 inMoskaugeboren und erhielt von scincmVater, derGeistlicher war, den erstenUnterricht in der vaterländischen Sprache, Geschichte und Literatur und in den Anfängen derklassischen Wissenschaften. Einen höher» Unterricht crlheilte ihm dieslaw.-griech. Akademie zuMoskau und die dortige Universität, die er indcnJ. I t!>5—!)8besuchte. Hier widmete er sichden historischen und besonders den juristischen Studien, welche letztere er dann in Göktingen,wo er zum Doctor der Philosophie promovirt wurde, und in Paris fortsetzte. Nach mehr-jährigem Aufenthalt in Frankreich kehrte er nach Rußland zurück, prakticirte erst als Advocatund wurde 1805 bei der neuvrganisirten Universität zu Moskau als Professor der Theorieder Gesetze angestellt, I8II ordentlicher'Professor der Rechte, welche Stelle er bis >83»bekleidete, und 1820 Staatsrath. Z. ist unter den juristischen Schriftstellern Rußlandsunstreitig einer der vorzüglichsten und hat vor allen Andern den Ruhm voraus, daß er seinVaterland zuerst mir den Fortschritten der Rechtswissenschaften in Deutschland bekannt machte.Als Lehrer zeichnete er sich durch Amtseifer und einen tiefen religiösen Sinn aus. Er starb am7. Febr. 1835. Seine Hauptwerke sind eine „Theorie der Gesetze" (3 Bde., Mosk. 1810;2. Aufl-, >816; 3. vermehrte und verbesserte Ausl-, 1838); „Grundsätze des Natur-rechts" nach Schmalz (Mosk. 1816; 3. Aufl., 1838); „Lehrbuch des rc-m. Rechts" nachMackeldey (2 Bde., Mosk. 183-1) und „Grundsätze des Privatrechts" (Mosk. 1825).Außerdem war er Mitarbeiter an vielen gelehrten Zeitschriften, und hat viele kleinere Ab-handlungen, auch einzeln drucken lassen, die einer vorbereiteten Eesammtausgabe seinerWerke cinverlcibt werden sollen.
Zwillinge (6emeIIi oder vill^mi) nennt man zwei zu gleicher Zeit in derselben Mut-ter reifende Früchte. Ob diese in einem und demselben Geschlechtsakte oder in zwei kurz auf-einander folgenden erzeugt werden, ist noch nicht ausgemittelt. Gewöhnlich besitzt jedeZwillingsfrucht ihre eigenen Eihäute, selten sind beide in ein gemeinschaftliches Ei (s. d.)eingeschlvssen. Da Zwillinge des beschränkten Raumes wegen nicht gut zur gewöhnlichenGröße des Fetus (s. d.) gelangen können, so erfolgt die Geburt, bei welcher die eine Fruchtder andern meist um einige Stunden, zuweilen um einige Tage und in seltener» Fällendurch Abortus (s. Geburt) um einige Monate vorangeht, gewöhnlich leicht. In manchenFällen nur, nicht aber in den meisten, sind Zwillinge einander zum Verwechseln ähnlich undbleiben so bis in ihre reifern Jahre. Die Sterblichkeit der Zwillinge ist bedeutender als dieanderer Kinder. Zwillingsschwangerschasten, welche am häufigsten in den gemäßigtenZonen Vorkommen, lassen sich wol aus gewissen Anzeichen vcrmuthen, haben aber keine be-stimmten Merkmale. Während von Zwillingsgeburten eine auf ungefähr 80 Geburten ge-rechnet werden kann, stellt sich das Verhältnis der andern mehrfachen Geburten so, daß eineDrillingsgeburt auf 6—7000, eine Vicrlingsgcburt auf 20—50000 und eine Fünflings-geburt auf mehre Millionen anderer Geburten kommt. Häufiger als gewöhnlich will man