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15 (1848) Vitet bis Zwolle und Universalregister
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4 Vocalmusik Vogel (Ioh. Karl Christoph)

Vokalmusik heißt im Gegensätze der Instrumentalmusik (s. d.) die mittels dermenschlichen Stimme hervorgebrachte Musik. (S. Gcsang.) Sie setzt von Seiten deS Com-ponisten Kenntniß der Singstimmen, des Ausdrucks, dessen der Gesang fähig ist, der Decla-mation und des richtigen Verhältnisses voraus, in welchem die menschliche Stimme zu denInstrumenten steht. Ferner bezeichnet man mit Vocalmusik diejenigen Gattungen vonTonstückcn, welche für den Gesang, entweder mit oder ohne Begleitung von Instrumenten,bestimmt sind. Dahin gehören die Arie (s.d.), Anette, Cavatine (s. d.) u. s. w. unddas Nccitativ (s. d.); das Duett (s. d.), Terzett (s. d.), Quartctt(s. d.) und anderemehrstimmige Satze; der Chor (s.d.), das Lied (s. d.) und der Choral (s. d.). AusVerbindung mehrer dieser Gattungen von Tonstücken, besonders der erstem, entstehen diegroßem musikalischen Kunstcrzeugnisse, die Oper (s. d.), das Oratorium (s. d.), dieCantate (s. d.) u. s. w. Zur Vocalmusik werden auch die Solfeggi gerechnet. (S. Sol-misation.)

Vogel (Christian L eber.), Historienmaler, geb. 1750 zu Dresden, sollte ursprünglichSattler werden, wurde aber ganz durch eigenes Studium der Malerei zugeführt, die er dannauf der Kunstakademie seiner Vaterstadt studirte. JmJ. >780, wo er die gräflich Solms'scheFamilie zu Wildenfels malte, wählte er diesen Ort zu seinem Aufenthalte, bis er 1804 alsMitglied der Akademie nach Dresden zurückkehrte, wo er 1814 Professor an derselbenwurde, und am 6. Apr. 1 8l 6 starb. V.'S erstes großes Bild War das Altargemälde in derKirche zu Lichtenstein im Schönburgischen („Lasset die Kindlein u. s. w."); sein letztes, 30.Jahre später, derselbe Gegenstand für das Schloß zu Wildenfels. Als Portraitmaler gab erbei sprechender Ähnlichkeit der Darstellung idealen Ausdruck und künstlerische Anordnung,namentlich malte er treffliche Kinderbildnisse. Don seinen kleinern, meisterhaften Com-positioncn nennen wir Amor und Psyche und den Ganymed. Zu seinen Schülern gehörtGeorgi in Leipzig.

Vogel von Vogelstein (Karl Christian), der Sohn des Vorigen, Professor an derKunstakademie zu Dresden und Hofmaler, geb.zu Wildenfels am26.Juni 1788, erhielt denersten Unterricht in der Kunst durch seinen Vater und studirte dann auf der Äkademie inDresden. Im 1. 1808 ging er nach Petersburg, wo er als Portraitmaler auftrat und unterAndern den sranz. Gesandten Caulaincourt malte. Im1.1813 reiste er nach Italien, wo erspäter zur katholischen Kirche übertrat. Er lebte abwechselnd in Rom, Neapel und Florenz.In Nom malte er das Portrait des Papstes Pius VII. (sitzend) für den König Friedrich Au-gust von Sachsen, ferner Thorwaldsen und den König Ludwig von Holland. Im I. 1820folgte er dem Rufe nach Dresden a(L Profe ssor bei der Akademie und wurde hier 1824 Hof-maler. Seine erste Arbeit daselbst waren die Deckengemälde des nach dem Branhe wie der,aufgebauten königlichen Schlosses zu Pillnitz, nach der von ihm selbst angegebenen Idee.Auch malte er 1824 das Brustbild des Königs und 1825 den König in ganzer Figur. Von1826—20 war er mit Frescomalereien aus dem Leben der Maria in der neuen Kapelle zuPillnitz beschäftigt. JmJ. >842 ging er nochmals nach Nom, namentlich wegen einer Com-position aus Dante's „Göttlicher Komödie", die er auch dort ausführte und an den Groß-herzog von Toscana verkaufte. V. hat sich in Italien dem neuerwachten Kunststreben ange-schlossen, ohne sklavische Nachahmung der Alten, und behauptet in dieser Schule eine ausge-zeichnete Stelle. Wenige haben die Werke der alten Meister und die Geschichte des Kunst-lebens mit so besonnenem Fleiße studirt als er. Sein reiches Portefeuille von Portraits inter-essanter Künstler und anderer merkwürdiger Männer, die er selbst gezeichnet, ist vom Kö-nige von Sachsen für die dresdener Sammlungen angekauft worden.

Vogel (Joh. Karl Christoph), Director der vereinigten Bürger- und Realschule zuLeipzig, geb. am 10. Juli 1705 zu Stadt-Ilm im Schwarzburg-Rudolstädtischcn, wo seinVater damals als praktischer Arzt lebte, genoß unter Leitung desselben eine gute akademischeVorbildung und studirte von 1812 an in Jena Philologie und Theologie. Im I. 1816wurde er an dem damals in Tharand, später in Wackerbarthsruhe bei Dresden bestehendenErziehungsinstitute Lehrer und machte 1820 eine wissenschaftliche Reise durch einen ThcilDeutschlands, Englands, Schottlands, Frankreichs, Belgiens und Hollands. Bei seinerRückkehr übernahm er 1821 die Mitdirection der Anstalt. Als aber 1823 die völlige Auf-