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12 (1847) Regalien bis Schottische Philosophie
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761
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Schottland (Geschichte) 761

Clarendon führten trotz des Widerstandes den Episkopat ein, und ein corrumpictes Parlamentgenehmigte den Widerruf aller seit 1640 getroffenen Veränderungen. Eine besondere Be-hörde untersuchte das Benehmen aller Theilnehmer an der Revolution und verhängte diewillkürlichsten Geldstrafen. Die presbyterianischen Prediger, welche sich dem Episkopat wi-dersetzten, wurden aus den Ämtern getrieben, sodaß die Halste der Kirchen verwaist stand.Endlich setzte sogar der Erzbischof Sharp ein Glaubensgericht ein und ließ die Widerspensti-gen, die nicht die bischöflichen Kirchen besuchten, auspeitschen. Seit 1666 erfolgten mehreAufstände der Presbyterianer, die mit Feuer und Schwert unterdrückt wurden. Tausende,darunter viele Weiber, unterlagen dem Henker; 16000 Menschen irrten im Lande umherund hielten ihren Gottesdienst bewaffnet im Freien. Die gelindeste Strafe war, daß man dieHalsstarrigen im Gesicht brandmarkte oder ihnen ein Ohr abschnitt und sie dann nach Ame-rika verbannte. Noch schlimmer wurden für S. die Aussichten, als der katholische Jakobll.(s. d.) ! 685 den Thron bestieg. Derselbe verweigerte den schot. Krönungseid als seinemGewissen zuwider, arbeitete am Umstürze der Verfassung, führte die Jesuiten ein und gab eineToleranzacte, die nur die Wiederherstellung des Papstthums bezweckte. Als 1688 die Nach-richt von der Entthronung Jakob's nach S. kam, brach die Wuth des Volks gegen die Werk-zeuge der Unterdrückung aus. Das Parlament sprach Wilhelm III. (s. d.) und dessen Ge-mahlin die schot. Krone und der Prinzessin Anna das Erbfolgerecht zu. Wilhelm lll. bestätigte,wiewvl mit Widerstreben, die Presbyterialverfassung und verletzte dadurch die Bischöflichen,die nun mit den Katholiken des Hochlandes zur Herstellung der Stuarts gemeinschaftlicheSache machten. Lord Dundee sammelte im Hochlande ein beträchtliches Heer, schlug 1689die Truppen Wilhelm's lll., vermochte aber wenig, weil sich diePresbytcrianer nicht mit ihmvereinigten. Die blutige Harte, womit Wilhelm lll. die Häuptlinge des Hochlandes strafte,seine Mißachtung des schot. Handelsinteresses und die Willkür, welche seine Minister undBeamten üben dursten, entzogen ihm jedoch sehr bald auch die Herzen der Presbyterianer.Alle Parteien beklagten den Verlust politischer Selbständigkeit und trachteten^ danach, dieschot. Krone von der Englands wieder ru trennen- Schon Wilhelm Hl. ging deshalb mitdem Plane um, die völlige Vereinigung beider Reiche durchzuführen; allein er starb 1702und konnte diese Angelegenheit seiner Nachfolgerin Anna (s. d.) nur dringend empfehlen.Bei der Unzufriedenheit und Mißstimmung des Volks, welche der Übermuth des engl. Par-laments nur steigerte, war die Lösung dieser Aufgabe auch den verschlagensten Staatsmän-nern jener Zeit vor der Hand unmöglich. Im I. 17 0-1 verwarf das schot. Parlament sogardas engl. Erbfvlgestatut, nach welchem die Krone an das protestantischeHaus Braunschweiggelangen sollte. Hingegen kam das sogenannte Sicherheitsgesetz zu Stande, in welchem sichdie Schotten vorbehielten, nach dem Tode der Königin die Thronfolge von der Wahl Eng-lands unabhängig zu ordnen. Die Zusammensetzung des schot. Parlaments, in dem seit Ja-kob's I. Anordnung der arme Adel immer mehr das Übergewicht erlangte, gab endlich demHose Muth, die Union der beiden Reiche mit großen Geldopfern ernstlich zu versuchen. Dasengl, und das schot. Parlament ernannten 1706 zu gleichen Theilen eine Commission vonS2 Personen, die vom 20. Apr. bis 2. Aug. eine Unionsacte entwarfen. Diese Acte wurdeam 27. Jan. 1707 vom schot., am >6. März vom engl. Parlament angenommen, und schonam 12. Mai trat die Union gesetzlich ins Leben. Es bleibt immer merkwürdig, daß sich keinePartei in S. diesem übereilten und angeblich erkauften Werke mit den Waffen in der Handwidersetzte. S. und England wurden hiernach auf ewig zu einem Reiche unter dem NamenGroßbritannien vereinigt. DieThronfolge sollte auf dem Hause Braunschweig beruhen, undjeder Katholik sollte ausgeschlossen sein. Alle Unterthanen des vereinigten Reichs genossenfortan gleiche Rechte und Privilegien, besonders rücksichtlich des Handels unch der Zölle. Zuden Staatskosten sollte S. den 40. Theil beitragen. Die Schotten dursten ihre Gerichts-Verfassung und Privatgesetze behalten. Das vereinigte Reich sollte durch'Ein Parlament re-präsentirt werden; >6 schot. Peers sollten im Oberhause, 45 Abgeordnete der Grafschaf-ten, Städte und Flecken im Unterhau-se Sitz nehmen. Mit dieser Vereinigung begann dasschot. Volk ein neues, kräftiges Dasein zu entfalten. Nun erst konnte unter einer Gesetzge-bung, die nicht nur Ädel und Krone begünstigte, das Bürgerthum und die allgemeine Wohl-fahrt gedeihen. Dessenungeachtet hielt das Volk die Union noch lange für ein großes Übel, und