/M Schottland (Geschichte)
ten ablchnten, da das engl. Parlament die Gleichheit der Gesetze zur Bedingung machte.Glücklicher war jetzt Jakob I. mit der Umwandlung derPresbyterialverfassung, indem >610das Episkopat nach dem Muster des englischen in aller Form eingeführl wurde. Als einesegensreiche Maßregel jener Zeit ist jedoch die Errichtung der Kirchspielschulen zu betrachten,die 1616 ihren Anfang nahm. Auch Karl 1. (s. d.) verfolgte seit 162,'» die Politik seinesVaterS, nur mit geringerer Vorsicht. Um die schot. Bischöfe glanzvoller auszustatten, setzteer 1633 im Parlament einen Gesetzentwurf durch, nach welchem die veräußerten Kirchcngü-ter eingezogen und die dem Adel überlassenen Zehnten abgelöst werden sollten. Auf Anstif-ten des engl. Bischofs Laud, der als heimlicher Katholik galt, führte der König außerdem Kir-chengebräuche ein, die geradezu an den Pomp des Papstthums erinnerten. Die erste Maßre-gel hatte den Adel in Schrecken gesetzt, die letztere erbitterte das ganze Volk; beide Theile ver-banden sich zum Widerstande. Ein Aufruhr, den > 637 die Einführung der neuen Kirchcnge-bräuche zu Edinburg veranlaßte, hatte die Errichtung einer revolutionairen Ständecommissionzur Folge, die mit dem Staatsrath in Unterhandlung trat. Inmitten einer Ungeheuern Auf-regung erneuerte man 1638 die Beschwörung des Glaubensbundes, der sich schnell über dasganze Land verbreitete. So waren die Presbyterianer abermals in eine politische Stellunggedrängt, die den König um so mehr bedrohte, als auch die Engländer auf dem Punkte stan-den, ihre volksthümlichen Rechte durch Gewalt zu sichern. Nach langen Unterhandlungenzog 1630, unter Anführung Leslie's und Montrose's, ein schot. Glaubensheer über dieGrenze, das die königlichen Truppen zerstreute und sich zu Newcastle festsetzte. Das engl.Parlament fand die Anwesenheit der Schotten für seine Zwecke so günstig, daß dieselben erstzu Ende 16-11 das Land verließen. Karl mußte jetzt in die Herstellung der reinen Presbyte-rialkirche und in eine wichtige Veränderung der schot. Verfassung willigen. Das Parlament,das die Könige bisher nach Willkürberiefen, sollte sich fortan von drei zu drei Jahren versam-meln; ein beständiger Ausschuß sollte die Verwaltung überwachen; die hohen Beamten soll-ten nur unter Mitwirkung der Stände ernannt werden. Der völlige Ausbruch der Revo-lution in England riß auch die Schotten zu weitern Schritten fort. Im I. >633 kam zwi-schen den Schotten und dem engl. Parlament ein GMbensknnib stu Stände, durch welchender Presbyterianismus auch in England eingeführl und unter den Schutz beider Nationengestellt wurde. Von Leslie geführt, zog > 6-t-i das schot. Heer den engl. Parlamentstrup-pen zu und half die Königlichen zu Marston-Moore schlagen. Während dieser Vorgängeerhob Montrose an der Spitze der Hochländer in S. die königliche Fahne mit vielem Glück,bis ihn Leslie im Sept. 1635 bei Philiphaugh vernichtete. König Karl I. sah nun keinenandern Ausweg, als sick nach der Niederlage bei Naseby dem schot. Heere zu übergeben, dasihn aber an das engl. Parlament auslieferte. Der Gang der Revolution, besonders dieEntfaltung des Jndependentismus (s. Cromwell), der selbst den Presbyterianismus be-drohte, brachte indessen die Schotten bald mit den engl. Machthabern in Zwiespalt. DieSchotten wollten wol die Beschränkung, aber nicht die Vernichtung der königlichen Gewalt.Das schot. Parlament trat deshalb mit dem gefangenen König in Unterhandlung und schickte,nachdem Karl die Bestätigung des Plaubensbundes versprochen, den Herzog von Hanültpnmit einem Heere nach England/ das Cromwell bei Preston schlug. Nach Karl's 1. Hinrich-tung boten die Schotten dessen Sohne, Karl II. (s. d.), ihre Krone unter dcrBedingung an,daß er den Glaubensbund beschwöre. Karl versuchte zuvor das Reich seiner Väter durch eineMilitairexpedition unter Montrose (s. d.) zu unterwerfen, und willigte erst nach dem Miß-lingen dieses Unternehmens ein, nach S. zu kommen und die hartenBedingungen und stren-gen Sitten der Presbyterianer anzünehmen. Cromwell erschien jedoch 1650 mit einem engl.Heere und vernichtete die Glaubensarmee bei Dunbar, und >651 schlug er abermals einschot. Truppencorps, das nach Wertester vorgedrungen war. Monk (s. d.) vollendete hier-auf die Unterwerfung S.s, das nun sieben Jahre hindurch unter dem eisernen NegimenteCromwell's sich ruhig verhalten mußte. Nach dem Tode des Protectors unterstützten dieSchotten das Unternehmen Monk's zu Gunsten Karl's II. und ließen 1660 die Restaurationdes Königthums ohne allen Vorbehalt vor sich gehen. Dessenungeachtet nahm gerade in S.die politische und kirchliche Reaction, welche der Hof begann, die blutigste Wendung undstürzte das Volk in unabsehbare Zerrüttung. Der Statthalter Middleton und der Graf