Druckschrift 
12 (1847) Regalien bis Schottische Philosophie
Entstehung
Seite
392
Einzelbild herunterladen
 

392 Ryssel da Bandeira

dem die Holland. Flotte 1673 über die verbundene engl.-französische den Sieg erkämpfte.Dankbar ehrte das Vaterland des Helden Verdienste. Als die Gegner des Hauses Dra-men, die Brüder de Witt, gestürzt und ermordet wurden, verschonte der Partcihaß R.,obschon er mit ihnen in enger Verbindung gestanden hatte. Zur Unterstützung der Spanierin Sicilien mit einer Flotte von der Republik entsendet, kämpfte er tapfer gegen die sehrüberlegene Macht der Franzosen, bis er >676 in einem Treffen bei Messina durch einenKanonenschuß den Fuß verlor und bald darauf am 29. Apr. in Syrakus an dieser Wundestarb. Sein Leichnam wurde nach Amsterdam gebracht, wo ihm ein Denkmal in der Neuen- !kirche errichtet wurde. !

Ryssel, s. Lille.

Rystvisk, ein Schloß in der niederländ. Provinz Südholland, eine Stunde vom Haag,ist besonders denkwürdig durch den daselbst am 29. Sept. und am 39. Ott. 1697 abge-schlossenen Frieden. Ludwig XlV. hatte 1688 das Deutsche Reich angegriffen und anHolland denKricg erklärt. Schon hatte er die Rheinprovinzen erobert, als dcrKaiscrLeopoidund die Eencralstaaten zu Wien am 12. Mai 1689 gegen Frankreich ein Bündniß schlossen,dem Großbritannien, Spanien und Savoyen beitraten. Der Krieg wurde von Frankreichzu Lande mit vielem Erfolge geführt. Allein die Landung der Franzosen in Irland verun-glückte, und die franz.Flotte unter dem Marschall Tourvillc wurde von den Engländern undHolländern bei Lahogue am 29. Mai 1692 gänzlich geschlagen. Dies und der WunschLudwig's, den großen europ. Bund aufzulösen, ehe der span. Thron erledigt würde, beschleu-nigten denAbschluß des Friedens. Schon hatteSavoycn einen besonder» Frieden mit Frank-reich zu Turin am 29. Aug. 1696 geschlossen und sich mit Frankreich verbunden. Daraufvermittelte Schweden den allgemeinen Frieden auf dem Co n gr esse zu R., vom 9. Mai -29. Sept. 1697, wo England, Spanien und Holland de^ Frieden mit Frankreich unter- 'zeichneten. Ludwig XI V. gab alle Eroberungen inCatalonicn und in den span. Niederlanden,mit Ausnahme der 82 reunirten Orte (s. Reunions), zurück und erkannte Wilhelm M.alsKönig von Großbritannien und Irland an. Kaiser undReich Unterzeichneten den Friedenmit Frankreich erst am 39. Oct. Ludwig gab an Deutschland alle reunirtc Orte zurück, aus-genommen die Orte im Elsaß, dessen Souvcrainetät ihm zugestandcu wurde. Auch behielt erdie 1681 in Besitz genommene freie Reichsstadt Strasburg. Viel Widerspruch von Seiten ^der Protestanten vcranlaßte die sogenannte Nyswijker Clausel des vierten Artikels, -nach welcher die von Frankreich in den reunirten, jetzt zurückgegebcnen Orten, 1622 eingc-führte katholische Religion in ihrem bisherigen Besitzstände bleiben sollte. Für die Allodial-erbschaft der Herzogin von Orleans bezahlte Kurpfalz, nach dem schiedsrichterlichen Aus-spruche des Papstes, der 1792 erfolgte, 309909 Thlr. Frankreich gab alle Eroberungen,namentlich Phiiippsburg, Freiburg, Altbreisach und das von ihm erbaute Fort Kehl zurück,und die Rheinschiffahrt wurde für frei erklärt. Das Schloß zu R. wurde zu Ende desI8.Jahrh.nicdergerissen; doch die Erinnerung an den Friedensschluß ist durch ein metallenesDenkmal gesichert.

s

da Bükldeira (Bcrnardo de), ehemaliger portug. Staatsminister, gcb. am 26.Sept. 1796, der Sohn des Jose Lopes Nogueira, eines reichen Grundbesitzers in Estre-madura, erhielt eine gute Erziehung und trat im Apr. >810 als Cadet in das Heer. Seitdemnahm er den rühmlichsten Antheil an dem ganzen Kriege der Halbinsel gegen die Franzosen. 'Zuletzt in einem hitzigen Gefechte schwer verwundet, blieb er fortan harthörig. Nach Abschluß 'des Friedens besuchte er die Militairakademie zu Lissabon und seit 1818, nachdem er unterdeß ^zum Capitain ernannt worden war, die Universität zu Coimbra, wo er Mathematik undPhilosophie studirte. Als > 829 die Revolution ausbrach, schloß er sich derselben an, wurde