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12 (1847) Regalien bis Schottische Philosophie
Entstehung
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759
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Schottland (Geschichte) 759

Haus Hamilton (s. d.), dessen Haupt der frühere Reichsverweser Arran war, setzte zwardie Königin wieder in Freiheit und brachte aus deren Anhängern ein ziemlich starkes Trup-pencorps zusammen; dasselbe wurde jedoch von Murray im Mai >568 bei Langside zer-streut. Maria suchte Schutz bei Elisabeth von England, die sich jetzt zur Schiedsrichterin inden schot. Wirren aufwarf und Murray bewog,, als der Verfolger seiner Halbschwester auf-zutreten. Vielleichthättc es Murray nicht zum Äußersten kommen lassen, wäre er nicht >570durch einen Hamilton aus Privatrache und Parteiwuth ermordet worden. Der Fall diesesdurch Geisteskraft ausgezeichneten Mannes entfesselte die Katholiken und die Anhänger Ma-ria's und stürzte S. in neue Zerrüttung, Durch Elisabeths Einfluß wurde der Graf Lenox,der Todfeind Maria's, zum Reichsverweser ernaynt, fiel aber alsbald bei einem Angriffe derGegenpartei auf Stirling durch Mörderhand. Der gemäßigte Graf Mar trat jetzt an dieSpitze der Regierung. Derselbe starb jedoch schon, l 572 und erhielt den strengen Mortonzum Nachfolger. Morton vernichtete die Partei Maria's für immer, beschränkte aber auchden Presbyterianismus, wirkte für die Einführung des Episkopats und erbitterte den Adelaußerdenz durch Härte und Habsucht. Eine Art Palastrevolution stürzte ihn endlich 1578,und der zwölfjährige König mußte selbst die Regierung übernehmen und erhielt zur Unter-stützung einen Staatsrath von zwölf Großen. Hofinkriguen, bei denen die engl. Königinmitwirkte, und eine greuliche Günstlingwirthschaft, die den jungen König verdarb und dasReich wiederholt erschütterte, waren die Folge der übereilten Veränderung. Elisabeth, vonden katholischen Mächten bedroht, schloß 1586 mit Jakob VI. ein Bündniß zur Vertheidi-gung des protestantischen Glaubens und wußte denselben durch ein Jahrgeld und das Ver-sprechen, ihn zum Erben der engl. Krone cinzusetzen, so einzunehmen, daß er sogar zur Hin-richtung seiner Mutter, im Febr. 1587, schwieg. Auf die Nation selbst hatte der Tod Ma-ria Stuart's keinen andern Einfluß, als daß sich die Stände 1588 zum ersten Mal zu einemfeierlichen Glaubensbund oder Covenant (s. d.) vereinigten, welcher einem Aufstande undder Verbindung der Katholiken mit dem span. Hofe verbeugen sollte. Indessen erhielten diegeheime Beglinstigung dcp MMM^,u«m.S«ttn des Hofes und das offene Streben desKönigs, die Mstheik der Presbyterialkirche durch die Einführung des Episkopats zu unter-graben, im Innern fortwährend den Aufruhr und unheilvolle Spaltungen. Um die seit derReformation noch vergrößerte Macht des hohen Adels im Parlament zu brechen, erneuerteder König die von Jakob I. angeordnete, aber nicht ausgeführte Maßregel, nach welcher auchdie Abgeordneten des nieder« Adels ins Parlament ausgenommen wurden. Durch diese wich-tige Veränderung kamen zuvörderst mehre wesentlicheBeschränkungen der Kirche zu Stande,wie das Verbot, Kirchenversammlungen ohne Einwilligung des Königs zu halten, und dieErnennung der Prediger in den Hauptstädten durch die Krone. Nach mehrjährigen Unter-handlungen rückte endlich auch Jakob VI. seinem Hauptziele, der Einführung der bischöfli-chen Verfassung, näher, indem er 1601» vom Parlament das Recht erhielt, diejenigen Pre-diger, welchen ex die alten Bischofssitze und Abteien verleihen würde, ins Parlament zu be-rufen. Ein großes Ereigniß, derTod Elisabeth's von England, dieihren nächsten Verwandten,den König von S., zum Thronerben eingesetzt hatte, hemmte >603 für den Augenblick diekirchliche Reaction. Die Vereinigung beider Kronen, für welche 300 Jahre vergeblich ge-kämpft worden war, sollte jetzt friedlich erreicht werden.

Jakob I. (s. d.), wie sich der schot. König nun nannte, verließ sein Stammland imtiefsten Verfall. Der Ackerbau lag selbst im Niederlande noch in roher Kindheit. Die Ge-werbsamkeit war äußerst gering; die Ausfuhr beschränkte sich nur auf RohprKdacte, Wolle,Häute und Iische. Die Vernachlässigung, welche fortan S. erfuhr, lähznte die materielleEntfaltung des Landes noch mehr. Außerdem verlor der Adel dem nux-nbecmächtigei, Kö-nige gegenüber seine gewaltige Stellung. Mit diesem Verfall dc^ck>eudalwesens und derVerwandlung der Barone in üppige Hofleute begann die Bedmsmng und Auspressung derGrundholden in einer Weise, wie es bisher in S. unerhörj^ewescn. Seit der Einführungder Reformation hatten sich in S. erst eine einheimischeLtkeratur und die Pflege der Wissen-schaft erhoben. Auch dieser geistige Aufschwung der Nation wurde gelähmt, weil der Hofauswanderte und engl. Sprache und Literatur das einheimische Element vollends verdräng,ten. Der König schlug schon > 604 die völligeVereinigung beider Reiche vor, was die Schot-