756 Schottland (Geschichte)
Engländern in die Hände und wurde von Heinrich IV. zurückgehalten. Robert IN. starbbald darauf aus Gram. Das Parlament erklärte zwar den gefangenen Jakobl. (s. d.)zum Könige, doch unternahm der Reichsverweser Albany nichts für dessen Befreiung. AuchHeinrich V. hielt, um bei den Unternehmungen gegen Frankreich gesichert zu sein, den schot.Thronerben zurück und begünstigte die Anschläge Albany's. Dessenungeachtet gingen dieSchotten häufig nach Frankreich, um dort gegen die Engländer zu kämpfen. Der zweiteSohn Albany's, Graf von Buhan, führte sogar > -1 > 0 ein ansehnliches Hülfsheer über dasMeer, das 1421 die Macht der Engländer zum ersten Mal erschütterte. Nach Albany'sTode übernahm dessen schwacher Sohn, Murdoch, die Verwaltung, war aber nach einervierjährigen Regierung des Amtes müde und wirkte deshalb l 424 die Rückkehr des Königsaus. Jakob I. besaß Bildung und Charakter und suchte sogleich sein Reich aus dem Verfallzu heben. 'Er stärkte die Königsgewalt durch rücksichtslose Einziehung der an die Großenverschleuderten Krongüter, bändigte die Hochländer, rottete die unglaublich zahlreichen Räu-berhorden aus und ordnete nach engl. Muster die Verwaltung, ohne an der Feudalverfassungzu rühren. Fast alle Manufacturgegcnstä'nde wurden bisher aus Flandern bezogen. Jakobunterstützte die Entfaltung des Gewerbes durch Gesetze, Vorschüsse und Begünstigung derStädte. Um den Schotten Gelegenheit zu gelehrter Ausbildung in der Heimat zu geben,pflegte er besonders die erst >4 in gestiftete Hochschule Aberdeen. Seine großen Entwürfeblieben jedoch unvollendet, indem er 1436 durch Verschworene, die,er durch Eütercinziehungenbeleidigt hatte, umkam. Für den zweijährigen Sohn, Jakob II., bemächtigten sich die RätheErichthon und Livingston des Staatsruders. Dieselben bekämpften sich erst mit den Großenuntereinander und verbanden sich dann zum Sturze des mächtigen Hauses Douglasss.d.),das offenbar dieStuarts vom Throne zu drängen suchte. Wicwvl der jungeKönig 1432 denübermüthigen Douglas eigenhändig niederstieß, erstand doch das Haus in dem SeitcnzweigeAngus nur umso kräftiger. Zur Stärkung derKrongewalt brachteJakob die Abschaffung derErblichkeit der Ämter zu Stande. Dagegen sollte aber fortan die Territorialjustiz nur mitBewilligung des Parlaments verliehen werde». Jakob ll. starb 1460 vor Roxburgh durchdas Zerspringen einer Kanone. Während der Minderjährigkeit seines Sohnes, Jakob's III.,war das Reich abermals der Schauplatz wüster Zerwürfnisse. Der König heirathete 1470die dän. Prinzessin Margarethe und erhielt als Mitgift die Orkaden und die Shetländinseln.Gegen den Adel argwöhnisch, hingegen mit Vorliebe den Künsten ergeben, lebte Jakob zuStirling nur mit Gelehrten und Künstlern, welche Zurücksetzung deS Adels zu einer Ver-schwörung mit den königlichen Brüdern, dem Grafen von Mar und demHerzoge von Albany,führte. Elfterer kam 1477 im Gefängnisse um; Albany floh nach Frankreich, später nachEngland. Hier bewog er EduardIV. zum Kriege gegen S., begleitete das Heer und zog nachdem Feldzuge die misvergnügten Großen an sich. Im I. 1488 schlugen die EmpörerJakob III. bei Stirling und ermordeten ihn aus der Flucht. Der junge König, Jakob IV.,war selbst bei dem Sturze des Vaters thätig gewesen, weshalb sich anfangs die Hochländerseiner Thronbesteigung widersehten. Er liebte Glanz und ritterlichen Prunk und zog denAdel an den Hof, sodaß die alte Feindschaft erloschen schien. Weil ihn der steigende Zollcrtragvom Parlament unabhängig machte, begünstigte er den Handelsverkehr nach Frankreich undden Niederlanden und erließ viele Handelsgesetze, die aber zum Theil den Verkehr nur lähm-ten. Als Jakob den engl. Prätendenten Perkin Warbeck aufnahm, verwickelte er sich muth-willig in einen Krieg mit Heinrich VII. von England, dem aber schon 1502 ein neuer Friedeund die Vermählung Jakob's mit Heinrich's Tochter folgten. Mit der ThronbesteigungHeinrich's Vlll. von England, der die alten Ansprüche auf S. zu erheben gedachte, schloßsich Jakob dem Komge Ludwig XII. von Frankreich an, schickte demselben ein Hülfsheer undfiel 1513 selbst in England ein, wo er am 0. Sept. am Berge Flodden mit der Blüte seinesAdels erschlagen wurde. Für den zweijährigen Jakob V. übernahm nun die Königin-Witwe,Margarethe, die Regierung; nächstdem besaßen der Cardinal Beaten (s.d.) und der GrafArran, ein Urenkel Jakob's II., großen Einfluß. Ein Jahr später heirathete Margarethe denGrafen Angus und verschaffte demselben die Regierungsgewalt. Um dem bedrohenden Ein-flüsse der engl. Partei zu begegnen, erhoben die Stände 1515 den Herzog von Albany, einenNeffen Jakob's III., zum Regenten, der sich an Frankreich anschloß, 1524 aber gestürzt