Schottland (Geschichte) 755
S tu art (s. d.) empfangen hatte. Nachdem der engl. Reichsverweser Mortimer nochmalseinen schwachen Versuch zur Unterwerfung S.s gemacht, kam im Nov. > 327 der Friede zuNewcastle zu Stande, in welchem England allen Ansprüchen auf S. entsagte.
Rob. Bruce vermochte nun sein im Innern der Auflösung nahes Reich, soweit es diesehr geringe Gewalt der Krone zuließ, zu ordnen. Er zügelte zuvörderst die Häuptlinge desHochlandes, dievermögederaltcnStamm- oder Clanverfassung fast unabhängig hausten, InNiederschottland hatte zwar das Lehnswesen, weniger durch Gesetze als durch den LaufundCharakter der Zeit, Wurzel gefaßt und den Adel an die Krone gekettet; allein die Baronewaren durch die Ausdehnung ihrer Territorien und die Stärke ihres Kriegsgefolges so mäch-^ tig, daß sie dem Gesetze wie dem Könige trotzten. Wie in England, so standen auch in S. dieGrenzmarken mit ihrer kriegerischen Bevölkerung unter sogenannten Hütern der Grenze, dieeine beinahe unabhängige Gewalt übten und nicht selten den Krieg aus ihre Faust eröffneten.War im Hochlande das Volk roh und unbändig, so seufzte die Bevölkerung des Niederlandes,selbst in den Städten, unter der Gerichtsbarkeit und dem Drucke der Großen, die Wohlstand,Gewerbe und Bildung wenig aufkommen ließen. Um seine Macht im Parlament zu starken,berief der König > 326 auch 1 5 Abgeordnete der größern Städte, welche aber dem Adel undder ebenso mächtigen Geistlichkeit gegenüber nichts vermochten. Mit Bruce's Tode, dem> 32S sein fünfjähriger Sohn, David II., folgte, ging das Reich neuen Gefahren entgegen.Bruce hatte die während der Usurpation Eduard's I. zahlreich cingedrungenen Engländeraus ihren Gütern verkieken, und diese boten, bei der Schwäche des Rcichsverwesers Mar,dem Eduard Baliol, einem Sohne des vormaligen Königs Baliol, die schot. Krone an. Vondem engl. Hofe reichlich unterstützt, landete der jungeBaliol im Aug. 1332 in derGrafschaftFife, schlug den Reichsverweser und ließ sich hierauf von seiner Partei zu Scone krönen.Baliol suchte sich zu befestigen, indem er die engl. Oberherrlichkeit anerkannte und Eduard lll.
^ die Huldigung leistete. Gegen diesen schmählichen Handel ergriff ein Theil der Großen dieWaffen, müßte aber unterliegen. Ma n schaff t ^ hie rauf Pen jungen König nach Frankreich,wo ihn Philipp VI. gut aufnahm und fortan seine Sache unterstützte. Die gänzliche Ab-hängigkeit Baliöl's, der seinem Lehnsherrn sogar einen Strich von Südschottland abtrat,hatte die Erhebung des erbitterten Adels zur Folge. Andr. Murray, David's Oheim, stelltesich an die Spitze der Patrioten und führte einen langen Krieg, bis Eduard lll., außerdemmit Frankreich beschäftigt, ermüdete. Endlich kehrte David II. 1342 nach S. zurück, undBaliol sah sich jetzt gänzlich verdrängt. Während Eduard lll. 1346 Calais belagerte, ließ sichDavid zu einem Rachezuge nach England verleiten, auf welchem er zu Durham gefangenwurde. Dessenungeachtet vermochte Baliol den Thron nicht mehr zu behaupten und legte1356 sein Anrecht in die Hände seines Lehnsherrn nieder. Eduard lll. gab, des Friedensbedürftig, >357 dem Könige DavidII. Freiheit und Krone unter der Bedingung zurück, daßer die engl. Dynastie zum Erben des schot. Thrones einsetzte. Als aber der schwache David II.1 370 starb, verwarfen die schot. Stände den Anschlag auf die Unabhängigkeit des Reichs undj setzten, gemäß des unser Rob. Bruce verfaßten Erbfolgestatuts, das Haus Stuart in der Per-l son Robert's ll., des Sohnes Marjoria's, auf den Thron. Mtt Erhebung der Stuarts begann
> in S. der lange Kampf der Krone gegen den übermächtigen Adel, der bei den häufigen Min»' derjährigkeiten der Könige immer wieder Gelegenheit fand, das Reich der Auflösung nahe' zu bringen. Robert II. führte, von Frankreich gedrängt, fast ununterbrochen Krieg mihEng-
land. Ihm folgte 1390 sein Sohn Robert lll., der, lahm, träge und der Einsamkest. ergeben,^ die Negierung dem jüngern Bruder, dem nachherigen Herzog von Albany, üwEsteß. Derj kurze Friede entfesselte bald die Zwietracht derGroßen, besonders der HäuptliM« und Stämme
des Hochlandes, die sich nicht selten zur Freude des Hofes gänzlich ausmtteten. Als 1399das. Haus Lancaster in der Person Heinrich's IV. den engl. Thron usi^pirte, begannen die^ schot. Grenzer Feindseligkeiten, die gegenseitig vernichtende KEe-Mge zur Folge hatten.
> Außerdem sah sich Robert von dem Ehrgeize seines Bruder^Mvany bedroht. Letzterer hatteden Kronprinzen, den Herzog von Rothsay, unter dem Vorwände, ihn zu bessern, eingesperrtund denselben wahrscheinlich umbringen lassen. Der König schickte deshalb seinen jünger»Sohn, Zakob, zur Sicherstellung und Erziehung nach Frankreich» aber der Prinz fiel den
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