754 Schottland (Geschichte)
jüngste Sohn, David l-, folgte. Derselbe erwarb durch Heirath Northumberland und Hun»tingdon, später von dem engl. Thronusurpator, Stephan, Westmoreland und andere nordengl.Besitzungen, die jedoch schon sein Enkel Malcolm IV., der 1153 den Thron bestieg, nichtbehaupten konnte. Nach Malcolm's Tod« erhielt l 165 dessen Bruder, Wilhelm der Löwe,den schot. Thron. Weil ihm Heinrich II. von England, der es überhaupt auf ganz S. abge-sehen, die Verleihung der nordengl. Provinzen geradezu verweigerte, fiel er > l 73 in Englandein, wurde aber gefangen und auf das Schloß Falaise in der Normandie gebracht. Zwarerhielt er die Krone zurück, doch mußte er dieselbe als engl. Lehn annehmen. Schon RichardLöwenherz, Heinrich's II. Sohn, gab in einem Vertrage von 1189 die Oberherrlichkeit überS. gegen 10000 Mark Silber wieder auf. Als König Johann von England mit Papstund Adel zerfiel, schloß sich Wilhelm's Nachfolger auf dem schot. Throne, Alexander II., derengl. Volkspartei an und eroberte 1216 im Vereine mit dem franz. Kronprinzen Ludwigganz Südengland. Bereits >217 brachte indessen der engl.Reichsverweser, Pembroke, einenFrieden mit S. zu Stande, der durch die Vermählung Alexander's mit der Schwester desjungen Heinrich's III. von England befestigt wurde. Nach Alexander's II. Tode fiel> 249 die schot. Krone dessen minderjährigem Sohne, Alexander III., zu, dem man Hein-rich's III. Tochter zur Gemahlin gab. Diese Verbindungen begünstigten gewaltig die Ein-führung engl. Sitte und hatten heftige Spaltungen unter den Großen zur Folge. Im I.1263 erschien König Hako von Norwegen mit bedeutender Macht an der Mündung desClyde, um die Inseln Arran und Bute mit den zu Norwegen gehörenden Hebriden zu ver-einigen. Alexander schlug den Feind auf der Westküste und erwarb für S, gegen jährlichenZins sämmtlicheHebriden. Alexander III. starb 1286 und hinterließ alsThronerbin ein Kindseiner mit Hako's Sohne vermählten Tochter, die achtjährige Prinzessin Margarethe vonNorwegen. Eduard I. von England, der hierin eine Gelegenheit zur künftigen VereinigungS.s mit England sah, bewog > 290 die schot. Stände zu einer Verlobung der Prinzessin mitseinem ältesten Sohne. Die Prinzessin starb jedoch auf der Überfahrt von Norwegen auf denOrkaden, und nun drohten zwölf Kronprätendenten das Reich iü ÄerwIrrüng^ü ssürzen.Die nächsten Thronansprüche hatten die Abkömmlinge der Tochter des Grafen Huntingdon,des Bruders Wilhelm's des Löwen, nämlich der Enkel der ältesten Tochter, John Baliol, derSohn der zweiten Tochter, Robert Bruce, und der Sohn der jüngsten, John Hastings. Dasschot. Parlament (s. d.) übertrug Eduard!, von England das Schiedsrichteramt, der1291 mit großer Anmaßung dem zwar meist berechtigten, aber zugleich unterwürfigen Balioldie schot. Krone zusprach und sich auch von demselben als Oberlehnshexrn von S. ohne recht-lichen Grund huldigen ließ. Außerdem wurde Baliol ganz wie der geringste engl.Krvnvssallbehandelt und verlor dadurch die Achtung des stolzen schot. Adels. Durch die Schmachempört, verband er sich 1295 mit Frankreich und eroffnete gegen Eduard den Krieg, erlittaber 1296 bei Dunbar eine entscheidende Niederlage. Eduard l. ließ ihn das BekenntnißderVerlehung seiner Lehnspflicht vor dem versammelten Volke auf dein Kirchhofe zü Mont-rose mündlich und schriftlich bestätigen und schickte ihn dann als Gefangenen nach London.S. erhielt nun einen engl. Statthalter und engl. Beamte; alle Urkunden, welche die Sess-,ständigkeit des Reichs bezeugten, wurden vernichtet. In dieser Lage erhob Will. W alla c e(s.d.) die Fahne des Freiheitskampfes, fand jedoch bei den uneinigen und eifersüchtigen Großenwenig Anklang und mußte 1305 nach abwechselndem Glücke dem Usurpator gänzlich er-liegen. Schon glaubte Eduard S. für immer unterworfen, als 1306 Rob. Brucess. d.),der Sohn des früher» Prätendenten, an der Spitze des patriotischen Adels sein Thronrechtmit den Waffen geltend machte, die Engländer aus dem Lande trieb und'sich zu Scone dieschot. Krone aufseßen ließ. Eduard I. fetzte den Kampf fort, konnte denselben aber, von Alterund Unglück gebeugt, nicht mit Kraft führen. Als sein Nachfolger Eduard II. 1314 inS. einfiel, wurde er am Flüßchen Bannockburn gänzlich vernichtet. Dieser große Sieg be-festigte die Dynastie und hob die Zuversicht der Schotten gewaltig. Ein Parlament ordnetehierauf die Erbfolge lind bestimmte, daß nach dem Aussterbcn von Brüce's Mannsstammedie Nachkommenschaft von dessen Tochter Marjoria den schot. Thron erben sollte. Brucevermählte seine Tochter mir Walter, dem Reichshofmeister, in dessen reicher und mächtigerFamilie diese Reichswürde erblich geworden war, und die davon den Namen Stewart oder