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12 (1847) Regalien bis Schottische Philosophie
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750
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750 Schottland (Geographie und Statistik)

land, sich erheben. Grüne Ebenen wechseln mit sanft ansteigenden Hügeln und fruchtbarenThälern, Fruchtfelder mit Wald und Weiden, während schroffe Felsen, unfruchtbare Mooreund Haiden die reizende Mannichfaltigkeit des Landes noch erhöhen. Mittelschottland,im Süden von den Friths von Forth und Clyde, im Norden von dem Murraybusen und dergroßen schot. Seenkette begrenzt, ist sehr gebirgig und wird von dem breiten Gürtel der Gram»pianbcrge, mit den höchsten Bergen Großbritanniens Ben Lomond, Ben Ledi, Ben More,Ben Lawers und Ben Nevis (431 ä F.) in einem großen Bogen durchschnitten, der von derSüdwestseite, Irland gegenüber aus dem Meere schroff aufsteigend, erst nach Norden, dannnach Nvrdostcn, endlich nach Osten durch das ganze Land bis an das Deutsche Meer sichhinzicht. Nordschottland dagegen bildet nicht sowol eine eigentliche Gebirgskette, alseine unregelmäßige Masse von Gebirgen, ohne bestimmten Zusammenhang durcheinandergeworfen, noch grausiger und wilder als im südlichen Hochlande. Die Berge, hier in nacktenFelsen emporragend, dort nur mit braunem Haidekraut bedeckt, bilden bald eng zusammen»tretend tiefe schmale Felsenschluchten (6Ions), bald, wo sie gegen das Meer hin sich weiteroffnen, breite, fruchtbare Thäler (Strstlis oder Oarses), besonders an der östlichen Küste.Die ausgedehnteKüste von S. ist von zahlreichen Seearmen und Buchten zerrissen, die beson-ders auf der Westseite gute Hafen bilden, wogegen die Ostküste, außer der großen Bucht vonCromarty, keinen bedeutenden Hafen hat. Dieser wunderbar schöne Wechsel von malerischenFclscnküsten, Flüssen und Seen, Thälern und Höhen, die oft mit Burgen gekrönt sind,machen S. zu einem der romantischsten Länder Europas. Die Flüsse, meist reißende Berg-siröme, haben bei der noch schmälern Jnselbeschaffenheit S.s eine noch kürzere Stroment-wickelung als in England und wenig commercielle Bedeutung. Die bedeutendsten sind derTweed mit dem von Süden her ihm zufließendcn Teviot; der in die Nordsee sich ergießendeTay, der größte von allen, und der Clyde und Forth, an sich unbedeutend, aber durch ihreromantischen Ufer und ihre in weiter Länge sich hinstreckcndcn Meerbusen (bUtbs) bemerkens-werkh. Wichtigere Wasserstraßen als dieseFlüsse sind die zahlreichen Kanäle, z.B. derGlas-gowkanal, der den Forth- und Clydebusen verbindet; der Unionkanal, der aus demGlasgow-kanal bei Falkirk nach Edinburg geht; der Crinankanal, welcher die Halbinsel Kantyre zueiner künstlichen Insel macht; vor allen aber der Caledonische Kanal (s. d.). Diezahl-reichen Landseen (I^olis) sind theils Süßwasserseen, theils tief in das Land laufende See-arme, und durch Größe oder reizende Umgebungen ausgezeichnet, so der Loch Awe, Loch Lo-mond, Loch Katrinc, Loch Tay, Loch Leven und Loch Mqrce. An Nakurerzcugnissen besitztS. Rindvieh (das Gallowayvieh ohne Hörner), Pferde, jedoch von kleinem Schlage, Hoch-wild und niederes Wild, Wasser - und Scevögel, Perlenmuscheln, z.B. im Flüßchen Äthan,Eidergänse, vorzüglich ans den Inseln, und Bienen, Flachs und Hanf; an GetrcideartcnGerste und besonders Hafer, namentlich in den Hochlanden; Holz und Rhabarber.

Der Ackerbau hat zwar in dem größten Theile des Landes bei der eigenrhümlichen Be-schaffenheit des Bodens mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen, doch steht die Landwirth-schaft in Südschottkand gegenwärtig auf einer fast höher« Stufe als in England. Es ist vielwüstes Land angebaut, die Viehzucht verbessert, künstlicher Futtcrbau eingeführt und durchMaschinen Menschenkrast erspart worden. Hafer ist die Stapelwaare des Ackerbauers unddie Brotfrucht des Landmanns; Gerste wird meistens zum Branntweinbrennen benutzt, undaus einer gcringern Art (bers oder bi^ genannt) bereitet man im Hochlande Whiskey. Auchdie Schafzucht, welche im Ganzen der englischen nachsteht, hat sich in neuern Zeiten bedeu-tend gehoben und sogar in die Hochlande verbreitet, wo jetzt die reichen Grundherren auf denfrüher unter ihre Vasallen verthcilten Ländereien große Schäfereien angelegt haben. DieFischcreiistbeidergroßenKüstenausdehnung sehr bedeutend. Der Heringsfang bildet, seit dieHolländer aus dem Allcinbesih desselben verdrängt sind, eine Hauptbeschäftigung der Küsten-bewohner. Der Walfischfang an der Küste von Grönland und in der Davisstraße wird vonS. aus eifrig betrieben. Lachs, der sich häufig in den Flüssen und Seen findet, bringt manin Eis gepackt nach London. Ziemlich reich ist das Land auch an Mineralien; namentlichgeben die Gebirge Mittclschottlands ansehnliche Ausbeute. Blei mit Silber gemengt findetsichauf dem Scheidcrückcn zwischen den Grafschaften Dumsties und Lanark; Leadhills in Lanarkist der Hauptsitz des Bergbaus. Minder wichtig sind die Bleigruben auf den Hebriden. An-